Ein 42-jähriger Israeli, der bei der gewaltsamen Rückholung der Block-Kinder aus Dänemark in der Silvesternacht 2023/24 als Fahrer beteiligt gewesen sein soll, hat im Prozess vor dem Landgericht Hamburg ausgesagt, er fühle sich ausgenutzt. „Heute sage ich ganz klar: Der hat mich ausgenutzt“, erklärte der Zeuge per Videovernehmung aus Israel laut Übersetzung. Damit bezog er sich auf David Barkay, den Chef der israelischen Sicherheitsfirma, der nach Überzeugung der Anklage die Aktion geplant hatte.
Hintergrund des Sorgerechtsstreits
Die Hamburger Unternehmerin Christina Block, Tochter des „Block House“-Gründers Eugen Block, ist angeklagt, die Sicherheitsfirma beauftragt zu haben, ihre beiden jüngsten Kinder vom Wohnort ihres Ex-Mannes in Dänemark zu entführen. Sie bestreitet die Vorwürfe und betont, die Firma habe eigenmächtig gehandelt. Neben ihr gibt es sechs weitere Angeklagte, für die die Unschuldsvermutung gilt.
Ablauf der Rückholaktion
Die Kinder waren am 31. Dezember 2023 in Gråsten (Gravenstein) beim Beobachten des Silvesterfeuerwerks in einen Wagen gezerrt und nach Deutschland gebracht worden. Der Zeuge berichtete, Barkay habe dem Team erklärt, es handele sich um eine mit den Behörden abgestimmte Rettungsaktion. „Doch es sei alles ganz anders gewesen“, sagte der 42-Jährige, der aufgrund der Ereignisse in psychologischer Behandlung ist.
Weitere Entwicklungen im Verfahren
Der Zeuge und weitere israelische Beschuldigte hatten sich während des laufenden Prozesses gemeldet. Sie müssen zu einem späteren Zeitpunkt mit eigenen Anklagen und Prozessen rechnen. Die Vernehmung des Israeli ist Teil des 61. Verhandlungstags, bei dem weitere Zeugen aus Israel per Video befragt werden.



