Das Amtsgericht Herne hat den ehemaligen DHL-Fahrer Koray G. (22) wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten und einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt. Der 22-Jährige hatte im August 2025 ein Pärchen in Herne (Nordrhein-Westfalen) brutal attackiert. Handyaufnahmen der Tat waren im Netz viral gegangen.
Hintergrund der Tat: Beleidigungen eskalierten
Auslöser des Streits war ein DHL-Lieferwagen, der im Weg stand. Das Pärchen beschimpfte den Paketboten massiv. Die Frau bezeichnete ihn unter anderem als „Schwanzl…“ und forderte ihn zum Kampf auf. Der ehemalige Boxer Koray G. schlug daraufhin mit Fäusten auf die Frau ein und drosch den Mann über eine Hecke. Die Staatsanwältin betonte, der Angeklagte habe „mit außergewöhnlich großer Kraft“ zugeschlagen und damit das Leben der Frau gefährdet.
Schwere Verletzungen der Frau
Die Frau erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma mit Blutungen im Gehirn, eine Kopfprellung und eine große Platzwunde an der Unterlippe. Der Nebenklage-Anwalt Jakob Thiemeier erklärte: „Meine Mandanten haben der Vorfall über die Verletzungen hinaus sehr belastet. Sie glauben, dass ganz Deutschland sie jetzt kennt. Sie führen ein anderes Leben, als sie vorher geführt haben.“ Nach der Entschuldigung des Angeklagten verließen die Opfer wortlos den Gerichtssaal.
Reue und Einsicht des Angeklagten
Vor Gericht zeigte sich Koray G. reumütig. Als die Tatvideos abgespielt wurden, kamen ihm die Tränen. Er sagte: „Ich schäme mich dafür, das hätte niemals passieren dürfen. Ich arbeitete damals einen Monat als Bote, hatte mir vorgenommen, alle Kunden mit einem Lächeln zu begrüßen. Aber der Alltag von Paketboten in Deutschland ist viel stressiger, als man denkt. Jeden Tag wurde ich angepöbelt.“ Nach dem Urteil erklärte er gegenüber BILD: „Ich bin erleichtert, dass das jetzt hinter mir liegt. Das wird nicht noch einmal vorkommen.“
Konsequenzen und Resozialisierung
DHL hatte dem 22-Jährigen unmittelbar nach der Tat fristlos gekündigt. Koray G. zahlte bereits vor dem Prozess freiwillig 2000 Euro Schmerzensgeld an seine Opfer und absolvierte ein Anti-Aggressionstraining. Der Richter ordnete zudem die Unterstützung eines Bewährungshelfers an: „Ich glaube, Sie brauchen die Unterstützung eines Bewährungshelfers.“ Koray G. plant nun eine Ausbildung im Handwerk oder Straßenbau. Das Urteil gibt ihm eine letzte Chance, wobei ihn die Justiz weiter im Auge behält.



