Das Landgericht Gießen hat einen 49-jährigen Deutschen wegen der Planung eines Doppelmords auf der griechischen Insel Korfu zu 15 Jahren Haft verurteilt. Zudem ordnete die Kammer Sicherungsverwahrung an. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann im Sommer 2020 die Tötung zweier Männer im Alter von 42 und 46 Jahren organisiert hatte. Hintergrund der Tat war nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Bandenkrieg um Drogenhandel.
Urteil über Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus
Mit dem Urteil ging die Kammer über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die auf 13 Jahre Haft und Sicherungsverwahrung plädiert hatte. Die Verteidigung hingegen hatte Freispruch gefordert. Der Gerichtssprecher bestätigte die Entscheidung und betonte, dass die Beweisaufnahme die Rolle des Angeklagten als Organisator der Tat eindeutig belegt habe.
Hintergrund: Bandenkrieg im Drogenmilieu
Die Morde ereigneten sich auf der bei Touristen beliebten Insel Korfu. Die Opfer waren deutsche Staatsbürger, die im Drogenhandel tätig gewesen sein sollen. Die Staatsanwaltschaft beschrieb die Tat als Teil einer Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Banden. Der verurteilte 49-Jährige habe die Tat von Deutschland aus geplant und die Ausführung durch Mittelsmänner auf Korfu koordiniert.
Sicherungsverwahrung wegen Wiederholungsgefahr
Die Anordnung der Sicherungsverwahrung begründete das Gericht mit der hohen Wiederholungsgefahr. Der Angeklagte sei trotz der langen Haftstrafe weiterhin als gefährlich einzustufen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig; die Verteidigung kann Revision einlegen.



