Emanuel Lasker: Uni Erlangen stellt Doktortitel wieder her
Emanuel Lasker: Uni Erlangen stellt Doktortitel wieder her

87 Jahre nach der nationalsozialistischen Aberkennung seines Doktortitels hat die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) das Unrecht an Emanuel Lasker offiziell revidiert. Am 11. Juli 2026 erklärte die Universität die Depromotion des einzigen deutschen Schachweltmeisters für nichtig. Lasker, der 1894 bis 1921 den Weltmeistertitel hielt, war 1933 vor den Nazis geflohen, 1938 ausgebürgert und 1939 von der Universität Erlangen seines Doktorgrades enthoben worden.

Universität Erlangen stellt sich gegen NS-Unrecht

In einem Beschluss der Fakultätsräte und des Senats unterstrich die FAU, dass die zwischen 1933 und 1945 vollzogenen, ideologisch motivierten Doktorgradentzüge „gegen elementare Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit“ verstoßen hätten. Die Universität erklärte: „Durch jene ideologisch begründeten Entzugsverfahren verachtete man die wissenschaftlichen Verdienste der Promovierten, vertrieb sie aus der akademischen Gemeinschaft, demütigte sie in ihrem gesellschaftlichen Ansehen und zerstörte ihre beruflichen Perspektiven.“ Diese Entzüge seien von Anfang an nichtig gewesen, was auch für „Mathematiker und Schachweltmeister Dr. Emanuel Lasker“ gelte.

Laskers Leben und Karriere

Emanuel Lasker wurde 1868 in Berlinchen (heute Polen) in eine jüdische Familie geboren. Er besuchte das Gymnasium in Berlin, studierte Mathematik in Göttingen und promovierte 1900 an der Universität Erlangen. 1894 besiegte er Wilhelm Steinitz im WM-Duell und wurde der zweite Schachweltmeister der Geschichte. Seinen Titel verteidigte er fünfmal und hielt ihn 27 Jahre – länger als jeder andere Schachweltmeister. 1921 verlor er den Titel an den Kubaner José Raúl Capablanca. Lasker trug auch zur mathematischen Forschung bei, etwa zur Theorie der Module und Ideale. Er pflegte eine Freundschaft mit Albert Einstein, mit dem er regelmäßig spazierte und über Physik diskutierte.

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Flucht vor den Nazis und Entzug der Würden

Nach der Machtergreifung der Nazis 1933 floh Lasker über die Niederlande, London und Moskau nach New York. 1938 entzogen ihm die Nazis die deutsche Staatsbürgerschaft, ein Jahr später die Universität Erlangen den Doktortitel mit der Begründung: „Lasker ist demnach das Tragen eines deutschen akademischen Grades unwürdig.“ Jahrzehntelang blieb dieser Zustand bestehen. Der Berliner Schachspieler Rolf-Dietrich Beran setzte sich schließlich für die Wiederherstellung der akademischen Ehre Laskers ein.

Reaktion und Bedeutung

Die FAU nutzte die Verabschiedung ihrer diesjährigen Promovierten am 11. Juli, um die Unrechtmäßigkeit der Depromotionen zu betonen. Lasker starb 1941 in New York. Seine Schachpartien gelten als legendär, er schrieb mehrere Schachbücher und lehrte das Spiel. Einstein schrieb über Lasker: „Die ungeheure geistige Spannkraft, ohne welche keiner ein Schachspieler sein kann, war so mit dem Schachspiel verwoben, dass er den Geist dieses Spieles nie ganz loswerden konnte.“

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