Epstein-Akten: Deutsche Familie vermisst Michele seit über zehn Jahren
Epstein-Akten: Deutsche Familie vermisst Michele

Die Familie der vermissten Deutschen Michele ist zutiefst enttäuscht: Obwohl ihr Name in den kürzlich veröffentlichten Epstein-Akten aufgetaucht ist, lehnt die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren vorerst ab. Die junge Frau ist seit mehr als zehn Jahren spurlos verschwunden.

Hintergrund: Die Epstein-Akten und Micheles Name

Die Akten des verstorbenen US-Financiers Jeffrey Epstein, die im Juli 2026 teilweise veröffentlicht wurden, enthalten zahlreiche Namen von mutmaßlichen Opfern und Beteiligten. Darunter fand sich auch der Name der Deutschen Michele, die 2015 im Alter von 19 Jahren aus ihrer Heimatstadt in Nordrhein-Westfalen verschwand. Laut Berichten von SPIEGEL-Journalisten Alexandra Berlin, Sophia Baumann, Nikolai Antoniadis und Roman Höfner vom 22. Juli 2026 hatte die Familie über ein Jahrzehnt keine Spur von ihr.

Die Mutter Annett erklärte gegenüber dem SPIEGEL: „Wir stehen hilflos da. Wo könnte sie sein? Wir haben endlich einen Anhaltspunkt, aber die Behörden tun nichts.“ Die Familie hoffte, dass die Epstein-Akten neue Ermittlungen anstoßen würden, doch die Staatsanwaltschaft Köln sieht keine ausreichenden Anhaltspunkte für ein Verfahren.

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Ermittlungsverfahren abgelehnt: Behörden sehen keine neuen Fakten

Die zuständige Staatsanwaltschaft teilte mit, dass die Nennung von Micheles Namen in den Epstein-Akten allein nicht ausreiche, um ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Es müssten konkrete Hinweise auf eine Straftat vorliegen. Bislang fehlten jedoch verwertbare Beweise. Die Familie hatte gehofft, dass die Akten Licht in den Fall bringen könnten, da Epstein bekanntermaßen Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und in Menschenhandel verwickelt war.

Michele war 2015 nach einem Streit mit ihrer Mutter von zu Hause ausgezogen und hatte sich danach in sozialen Netzwerken mit verdächtigen Personen getroffen. Zeugen berichteten, sie sei in ein Auto mit ausländischem Kennzeichen gestiegen. Seitdem fehlt jede Spur. Die Epstein-Akten enthalten Aussagen von Opfern, die von Reisen auf Epsteins Privatinsel berichten, aber ein direkter Bezug zu Michele ist nicht dokumentiert.

Reaktionen der Familie und Forderungen

Annett, die Mutter, zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung der Justiz. „Wir haben jahrelang gekämpft, und jetzt, wo ein Name auftaucht, passiert nichts“, sagte sie. Die Familie hat eine Online-Petition gestartet, die bereits über 10.000 Unterschriften gesammelt hat, um eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zu fordern. Auch der Kölner Rechtsanwalt der Familie, Dr. Markus Weber, kritisierte die Behörden: „Die Epstein-Akten sind ein globales Beweismittel. Es ist fahrlässig, diesen Hinweis zu ignorieren.“

Die Staatsanwaltschaft hingegen betonte, dass man den Fall nicht geschlossen habe, aber derzeit keine neuen Ermittlungsschritte möglich seien. Sollten neue Informationen auftauchen, werde man umgehend handeln.

Ausblick: Was die Epstein-Akten für Deutschland bedeuten

Die Veröffentlichung der Epstein-Akten hat weltweit für Aufsehen gesorgt. In Deutschland fordern mehrere Opferverbände eine zentrale Ermittlungsstelle. Bislang sind nur wenige deutsche Namen in den Akten aufgetaucht, aber die Dunkelziffer könnte höher sein. Der Fall Michele zeigt, wie schwierig es für Angehörige ist, Gerechtigkeit zu erlangen. Die Familie hofft nun auf internationale Unterstützung und neue Zeugenhinweise.

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