Drei Millionen Euro für die Erforschung des Pflanzensterbens
Die Potsdamer Paläogenetikerin Ulrike Herzschuh vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) erhält eine Millionenförderung von der Europäischen Union. Wie das brandenburgische Wissenschaftsministerium am Dienstag mitteilte, bekommt sie für ein Projekt zu ausgestorbenen Pflanzen den mit drei Millionen Euro dotierten Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC).
Das Forschungsvorhaben dreht sich um das sogenannte Aussterbe-Paradoxon: Am Ende der Eiszeit vor rund 12.000 Jahren brach die Tundra-Steppe zusammen, und die größten Tiere verschwanden. Bei Pflanzenarten wurden jedoch bislang keine Aussterbefälle verzeichnet. Herzschuh will sich auf die Spur verborgener Pflanzenverluste machen und dafür neue Methoden und Modelle entwickeln.
Neue Grundlagen für den Artenschutz
Von den Ergebnissen erhofft man sich neue Grundlagen für den Artenschutz, etwa für Saatgutbanken. Das AWI-Labor für Paläogenetik ist auf die Analyse von sogenannten sedimentären DNA-Proben aus Bohrkernen und Permafrostablagerungen spezialisiert. Dies erlaube Rückschlüsse auf die Artenzusammensetzung vor Hunderttausenden von Jahren.
Herzschuh, die auch an der Universität Potsdam lehrt, werde mit der Förderung innovative Techniken entwickeln, um Pflanzenreste aus der Eiszeit nachzuweisen, die bisher unsichtbar geblieben sind. Das Projekt könnte zeigen, dass das Pflanzensterben in der Vergangenheit unterschätzt wurde.



