Streit um Geschlechtertrennung: Touristin darf nicht in Männerbereich am Strand
Touristin darf nicht in Männerbereich am Strand von Triest

Ein Touristenpärchen sorgte im italienischen Strandbad „El Pedocin“ in Triest für Aufsehen, als die Frau den Männerbereich betreten wollte und von einer Einheimischen zur Ordnung gerufen wurde. Die Situation eskalierte zu einem handfesten Streit, der sogar körperliche Rangeleien einschloss.

Streit um Geschlechtertrennung im Kultbad

Das Bagno „La Lanterna – El Pedocin“ gilt als das letzte seiner Art in Europa, in dem Männer und Frauen durch eine Mauer getrennt sind. Als die Touristin an der Seite ihres Begleiters den Männerbereich betrat, wurde sie von einer Einheimischen aufgefordert, die Regeln zu respektieren. Das Paar reagierte empört und beschimpfte die Anwesenden als „mittelalterlich“ und „diskriminierend“. Laut der Triester Tageszeitung „Il Piccolo“ eskalierte die Situation derart, dass Mitarbeiter des Strandbads eingreifen mussten.

Tradition versus Moderne

Die Geschlechtertrennung im „El Pedocin“ besteht seit 1903, als Triest unter österreich-ungarischer Herrschaft stand. Die Mauer ist 25 Meter lang und drei Meter hoch. Sie überdauerte Monarchie, Faschismus, Weltkriege und Besatzung. 1959 wurde der Frauenbereich vergrößert, was einen Umbau der Mauer erforderte. Heute besuchen täglich rund 3000 Badegäste das Bad, das für seinen symbolischen Eintrittspreis von etwa einem Euro bekannt ist.

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Einheimische verteidigen die Trennung

Viele Einheimische schätzen die Privatsphäre, die die Trennung bietet. Die Triester Autorin Micol Brusaferro erklärte: „Frauen lieben diesen Ort, weil er ihnen Privatsphäre bietet.“ Besonders Frauen und ältere Gäste schätzen die Möglichkeit, sich ungestört zu entspannen. Kinder unter zwölf Jahren dürfen die Seite wechseln, während Teenager und junge Erwachsene eher Strandclubs bevorzugen.

Kurioser Name und historische Wurzeln

Der Name „El Pedocin“ leitet sich entweder von der Triester Bezeichnung für Muscheln (pedoci) oder für Läuse (pedocio) ab. Ursprünglich gab es in der Nähe eine Muschelfarm, und österreich-ungarische Soldaten nutzten den Strand zur Körperpflege. Das Bad ist ganzjährig geöffnet und gilt als kulturelles Highlight der Stadt.

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