Ex-Chefarzt schweigt zu Missbrauchsvorwürfen an Duisburger Landgericht
Ex-Chefarzt schweigt zu Missbrauchsvorwürfen in Duisburg

Ein ehemaliger Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie einer Duisburger Klinik steht seit Montag vor dem Landgericht Duisburg. Ihm wird vorgeworfen, zwischen Mai 2019 und Dezember 2024 vier jugendliche Patientinnen im Alter von 16 bis 17 Jahren sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben. Zum Prozessauftakt äußerte sich der 60-Jährige nicht zu den Anschuldigungen.

Vertrauensverhältnis ausgenutzt

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, das Vertrauensverhältnis im Rahmen von Gesprächstherapien systematisch ausgenutzt zu haben. Er soll die Gespräche gezielt auf sexuelle Themen gelenkt haben. Laut Anklage kam es bei allen vier Patientinnen zum Geschlechtsverkehr – entweder in seinem Büro in der Klinik oder in seiner Wohnung in Essen. Besonders gravierend: Mit einer damals 16-Jährigen soll es etwa 50-mal zum Geschlechtsverkehr gekommen sein, teilweise ungeschützt. Die Übergriffe endeten laut Anklage erst, als das Mädchen von einem anderen Partner schwanger wurde.

Mädchen als „drittes Kind“ bezeichnet

Nach außen hin soll der Psychiater eines der Mädchen als sein „drittes Kind“ oder seine „Adoptivtochter“ ausgegeben haben. Ein weiteres mutmaßliches Opfer, das noch keine sexuellen Erfahrungen hatte, soll er am Bahnhof abgeholt und direkt in seinem Büro vergewaltigt haben. Die Nebenklagevertreterin Simone Dahlmann-Ludwig berichtete, dass sich die Jugendlichen bis heute in „einer erheblichen psychischen Ausnahmesituation“ befänden und psychotherapeutisch behandelt würden. Im Prozess war auch von „Suizidgefahr“ die Rede.

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Angeklagter schweigt – Urteil im September erwartet

Ob sich der Angeklagte zu den Vorwürfen äußern wird, ließ sein Verteidiger Roland Rautenberger offen. Die Anklage lautet unter anderem auf Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung eines Therapieverhältnisses. Das Gericht rechnet mit einem Urteil im September.

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