In der Nacht zu Montag ist ein Spätkauf in Berlin-Wedding Ziel einer gezielten Explosion geworden. Nach Informationen des Tagesspiegels handelte es sich dabei um eine Handgranate. Die Detonation ereignete sich gegen 2 Uhr in der Malplaquetstraße vor dem Geschäft.
Details zum Tathergang
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hätten die Täter den Gegenstand gegen eine Scheibe geworfen, woraufhin dieser detonierte. Die Hausfassade und mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt. Menschen kamen nicht zu Schaden, so ein Polizeisprecher.
Ermittlungen durch Spezialeinheit
Eine Polizeisprecherin teilte mit, dass die BAO Ferrum, eine Sondereinheit des Berliner Landeskriminalamts, in enger Zusammenarbeit mit dem Polizeilichen Staatsschutz die Ermittlungen übernommen hat. Der Staatsschutz ist nicht nur für politische Straftaten zuständig, sondern auch für Sprengstoffdelikte. Den Kern der BAO Ferrum bilden etwa 20 bis 25 Beamte, die sich fast wöchentlich Unterstützung aus anderen Einheiten holen, um gegen die zunehmende Schusswaffenkriminalität vorzugehen.
Zeugenbericht
Lukas (35), der in der Liebenwalder Straße schräg gegenüber des betroffenen Spätkaufs wohnt, hörte die Explosion. „Ich bin von einem sehr lauten Knall aufgewacht“, sagte er. „Ich habe ihn nicht als Explosion erkannt, kenne mich damit aber auch nicht aus.“ Die Wände hätten nicht gewackelt.
Reaktionen der Gewerkschaft
Der Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnete den Angriff als „absolute Kampfansage“. Es sei seit Längerem zu beobachten, dass die Qualität der Gewalt zunehme und die Entwicklung aus anderen Ländern wie Schweden immer mehr nach Deutschland herüberschwappe. „Die hohe Verfügbarkeit an Waffen und auch Kriegsmaterial in Kombination mit dem wachsenden Trend Crime as a Service – also Kriminalitätsdienstleistung – macht es für die Sicherheitsbehörden immer schwieriger, Strukturen zu erkennen und nachverfolgen zu können“, erklärte der Sprecher. Die Polizei agiere in diesem Bereich weitgehend blind, weil es sowohl an Rechtsgrundlagen als auch an der technischen Ausstattung im Bereich Social Media mangeln würde.



