Fall Fabian: Polizist berichtet von Suizidversuch der Angeklagten
Fall Fabian: Polizist berichtet von Suizidversuch

Am 14. Prozesstag im Mordfall Fabian aus Güstrow hat ein Polizeibeamter vor dem Landgericht Rostock ausgesagt. Der Polizist Dennis K. war am 14. Oktober 2025, dem Tag des Leichenfunds, bei der Angeklagten Gina H. und der Zeugin Heike M. vor Ort. Laut seiner Aussage habe die Angeklagte ihm gegenüber von einem Suizidversuch gesprochen und sogar entsprechende Wunden gezeigt.

Emotionen am Tatort

Laut Dennis K. war die Zeugin Heike M. am Tatort sehr emotional und habe viel geweint. Die Angeklagte Gina H. hingegen wirkte emotional unbeteiligt, war jedoch sehr mitteilsam. Sie habe unaufgefordert erklärt, dass sie in der Vergangenheit, auch am Wochenende vor dem Leichenfund, viel geweint habe, aber jetzt nicht mehr weinen könne.

Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, Fabian am 10. Oktober 2025 mit sechs Messerstichen getötet und anschließend angezündet zu haben. Als mögliches Motiv gelten Beziehungsprobleme mit Fabians Vater Matthias R., mit dem die Angeklagte mittlerweile wieder zusammen sein soll. H. sitzt seit dem 7. November 2025 in Untersuchungshaft und schweigt bislang zu den Vorwürfen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

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Psychische Gesundheit im Fokus

Im Verlauf des Gesprächs mit der Polizei habe Heike M. über ihre Panikattacken gesprochen. Daraufhin habe auch Gina H. begonnen, über ihre mentale Gesundheit zu sprechen. Sie habe erklärt, dass sie ebenfalls an Panikattacken und einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) leide. Die Borderline-Störung ist eine psychische Erkrankung, die durch extreme Stimmungsschwankungen und massive innere Anspannung gekennzeichnet ist, was oft zu impulsivem und selbstverletzendem Verhalten führt.

Bereits zuvor hatten drei Bekannte der Angeklagten vor Gericht ausgesagt, dass sie von ihr noch vor dem 14. Oktober zu Fabians Leiche geführt worden waren.

Weitere Prozesstage

Der Prozess wird am 26. Juni 2026 fortgesetzt. Dann sollen ein Sachverständiger zur operativen Fallanalyse sowie ein Experte zur Kommunikationsanalyse angehört werden. Weitere Verhandlungstage sind für den 7. und 9. Juli geplant. Nach einer Sommerpause sind Termine am 6., 7., 24., 26. und 28. August sowie am 1., 3. und 10. September 2026 angesetzt.

Hinweis: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, es sei denn, sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden, können Sie sich bei der Telefonseelsorge unter 0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de helfen lassen. Die Beratung ist anonym und kostenfrei.

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