Falscher Notfallsanitäter zu zehn Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt
Falscher Sanitäter: Zehn Jahre Haft wegen Totschlags

Das Landgericht Kleve in Nordrhein-Westfalen hat einen 30-jährigen Mann, der sich mit gefälschten Papieren als Notfallsanitäter ausgegeben hatte, zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Das Gericht sprach den Angeklagten des Totschlags, der versuchten gefährlichen Körperverletzung sowie der Urkundenfälschung in zwei Fällen schuldig, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Falsche Papiere führten zu Anstellung als Notfallsanitäter

Der Mann hatte sich laut Anklage mit unechten Zeugnissen und Urkunden bei Rettungsdiensten beworben und war so als Notfallsanitäter eingestellt worden. In dieser Funktion war er an zwei Einsätzen beteiligt, die gravierende Folgen hatten. Im August 2025 wurde er in Kamp-Lintfort zu einem Patienten gerufen, der unter verschiedenen Herz- und Lungenerkrankungen litt.

Tödlicher Einsatz in Kamp-Lintfort

Bei diesem Einsatz verhinderte der Angeklagte nach Überzeugung des Gerichts die Hinzuziehung eines Notarztes. Stattdessen verabreichte er dem Patienten nicht angemessene Medikamente in unbekannter Dosierung. Erst auf Drängen eines anderen Notfallsanitäters wurde der Patient schließlich in ein Krankenhaus gebracht, wo er wenig später verstarb. Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, den Tod des Patienten billigend in Kauf genommen zu haben.

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Weiterer Fall in Wermelskirchen

Bereits im Februar 2025 soll der falsche Sanitäter in Wermelskirchen bei einem Patienten, der an einem Lungenödem litt, eine Infusion gelegt haben. Diese hätte nach medizinischer Einschätzung zu Kreislaufversagen und Ersticken führen können. Eine aufmerksame Kollegin bemerkte den Fehler jedoch rechtzeitig und stoppte die Infusion, sodass der Patient keine bleibenden Schäden davontrug.

Das Gericht wertete die Taten als schwerwiegend und verhängte die zehnjährige Haftstrafe. Die Urteilsbegründung betonte die besondere Verwerflichkeit des Handelns, da der Angeklagte bewusst das Vertrauen in den Rettungsdienst missbraucht habe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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