Florida hat am Dienstag den 74-jährigen verurteilten Mörder Dennis Sochor mit einer Giftspritze hingerichtet. Er wurde um 18.16 Uhr Ortszeit für tot erklärt und ist damit der älteste Häftling in der Geschichte des Bundesstaats, an dem die Todesstrafe vollstreckt wurde. Sochor war einer von drei älteren Insassen, die innerhalb eines Monats in Florida exekutiert werden sollen, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.
Hintergrund der Tat und letzte Worte
Sochor war verurteilt worden, weil er am 1. Januar 1982 Patricia Gifford getötet hatte. Laut Gerichtsakten hatte Gifford in einer Bar bei Fort Lauderdale Silvester gefeiert, als sie Sochor und dessen Bruder kennenlernte. Später brachte Sochor Gifford an einen abgelegenen Ort und griff sie an. Nach seiner Festnahme 1986 gestand er die Tat und wurde 1987 verurteilt.
Um seine letzten Worte gebeten, entschuldigte sich Sochor mehrfach bei der Familie und sagte, es tue ihm „zutiefst leid“. Zudem dankte er seinen Angehörigen für die Unterstützung während seiner langen Haftzeit.
Reaktion der Familie des Opfers
Marilyn Gifford, Patricias Schwester, sagte, mit Sochors Tod könne die Familie einen Schlussstrich ziehen. Es bleibe aber ein bitterer Beigeschmack, da Patricias Leichnam nie gefunden worden sei. „Er hatte 45 Jahre Zeit, uns Pattys Überreste zurückzugeben, entschied sich aber auf grausame Weise dagegen“, sagte Marilyn Gifford, als sie nach der Hinrichtung eine Mitteilung verlas.
Weitere Hinrichtungen in Florida
Bereits im Juni war in Florida der 74-jährige Dusty Ray Spencer hingerichtet worden. Später in diesem Monat will Florida zum ersten Mal einen 80-Jährigen hinrichten, Dominick Occhicone. Die Fälle zeigen: Die Insassen der US-amerikanischen Todeszellen werden älter. Und: Florida legt bei Hinrichtungen ein enormes Tempo hin. Allein in diesem Jahr hat der Bundesstaat zehn der 16 landesweiten Hinrichtungen vollzogen – mehr als alle anderen Staaten zusammen.



