Eine 46-jährige fünffache Mutter steht wegen versuchten Mordes vor dem Berliner Landgericht. Sie soll im Januar 15 Mal mit einem Messer auf ihren schlafenden Ehemann eingestochen haben. Die Anklage wirft ihr Handeln aus „massiver Eifersucht und übersteigertem Besitzdenken“ vor.
Gesteändnis und Verzweiflungstat
Zu Prozessbeginn legte die Angeklagte ein Geständnis ab und schilderte eine Tat aus Verzweiflung. „Ich wollte und konnte nicht mehr“, ließ sie über ihren Verteidiger erklären. Die Frau ist seit 24 Jahren nach islamischem Recht mit dem Mann verheiratet und hat mit ihm vier gemeinsame Kinder. Ein weiteres Kind stammt aus einer früheren Beziehung.
Ablauf der Tat
Am frühen Morgen des 12. Januar griff die Frau in der gemeinsamen Wohnung in Berlin-Lichtenrade zu einem Messer, während ihr Mann schlief. Sie fügte ihm 15 Stich- und Schnittverletzungen zu. Der gemeinsame Sohn und eine Nachbarin wurden auf das Geschehen aufmerksam und hinderten die 46-Jährige an weiteren Angriffen. Der 45-jährige Ehemann musste im Krankenhaus behandelt werden.
Motive und Hintergründe
Die deutsche Angeklagte erklärte, sie habe ihren Mann töten wollen. In den letzten fünf Jahren sei die Beziehung zunehmend schwierig geworden. Auslöser für die Tat war laut ihrer Aussage, dass ihr Mann von sexuellen Beziehungen erfahren habe, die sie vor der Ehe hatte. Der im Libanon geborene Mann habe sie daraufhin beschimpft, beleidigt und sexuell übergriffig verhalten. Ihr Verteidiger betonte: „Sie wusste sich nicht mehr zu helfen.“
Weitere Vorwürfe
Ende 2025 habe die Angeklagte herausgefunden, dass ihr Ehemann eine Geliebte hatte. Sie entschloss sich zur Trennung, doch dies gestaltete sich schwierig: „Er hatte mich 20 Jahre lang konsequent aus dem öffentlichen Leben herausgehalten“, so die Frau. Sie hatte keinen Zugriff auf das gemeinsame Konto. Auf Druck der vier gemeinsamen Kinder nahm sie von der Trennung Abstand, doch ihr Mann habe sich bald wieder „wie zuvor“ benommen.
In der Nacht vor der Tat habe der Ehemann sie vergewaltigt. Kurz vor dem Angriff sei sie in Panik durch die Wohnung gelaufen und habe gedacht: „Ich hätte mich umbringen sollen.“ Der Verteidiger erklärte am Rande, die Frau sei „dermaßen aus dem Leben genommen worden, dass sie sich nicht mehr zu helfen wusste“.
Prozessfortsetzung
Die Frau wurde am Tattag festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am 16. Juni fortgesetzt.



