Fotoausstellung „Ostgebiete“: Vertreibung und Umsiedlung nach 1945
Fotoausstellung „Ostgebiete“: Vertreibung und Umsiedlung

Ausstellung über die „Ostgebiete“ im Berliner Zentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Millionen Deutsche und Polen umgesiedelt. Das Berliner Zentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung folgt ihren Spuren mit einer neuen Fotoausstellung. Die Schau zeigt historische Aufnahmen, die die dramatischen Bevölkerungsverschiebungen in den ehemaligen deutschen Ostgebieten dokumentieren.

Eine kleine Menschengruppe – sechzehn Personen – hat sich an der Einfahrt eines Bauernhofs aufgebaut. Sie tragen Kittelschürzen, Sommerkleider, Hemden mit Flügelkragen, kurze Hosen und bunt bedruckte T-Shirts. Wir befinden uns in den Siebzigerjahren. Die Menschen lächeln in die Kamera, im Hintergrund öffnet sich der Blick auf eine sonnige Feld- und Wiesenlandschaft.

Die Vertreibung der Deutschen und die Umsiedlung der Polen

Die Ausstellung beleuchtet die komplexe Geschichte der Zwangsmigrationen nach 1945. Nach der Verschiebung der polnischen Grenzen nach Westen mussten etwa 12 Millionen Deutsche ihre Heimat verlassen. Gleichzeitig wurden Hunderttausende Polen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten, die an die Sowjetunion fielen, in die neuen Westgebiete umgesiedelt.

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Kurator Christian Schröder erläutert: „Die Fotos zeigen nicht nur das Leid, sondern auch den Neuanfang der Menschen in einer fremden Umgebung.“ Die Bilder stammen aus Archiven und privaten Sammlungen und geben einen eindringlichen Einblick in die damalige Lebensrealität.

Die Ausstellung im Detail

Die Schau ist im Zentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin zu sehen. Sie umfasst rund 80 Fotografien aus den Jahren 1945 bis 1970. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Alltag der Umsiedler: dem Aufbau von Existenzen, der Integration in die neue Umgebung und den bleibenden Erinnerungen an die alte Heimat.

Laut Angaben des Zentrums wurden allein zwischen 1945 und 1950 etwa 8 Millionen Deutsche aus den Ostgebieten vertrieben oder ausgesiedelt. Die Ausstellung läuft bis zum 31. Oktober 2024. Der Eintritt ist frei.

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