Drei Zahlungen für billiges und illegales Pay-TV – und plötzlich ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Geldwäsche. Ein Schreiben der Kripo Köln zeigt, wie hart die Behörden inzwischen gegen Kunden illegaler IPTV-Dienste vorgehen. Dem Empfänger wird vorgeworfen, einen illegalen Zugang genutzt zu haben, über den er ohne Sky-Abo geschützte Sender sehen konnte. Der Vorwurf: Geldwäsche. Kein Einzelfall, wie ein Oberstaatsanwalt bestätigt.
So läuft die Ermittlung ab
Die Kripo Köln hat ein Schreiben an einen mutmaßlichen Nutzer eines illegalen IPTV-Dienstes verschickt. Darin wird dem Empfänger vorgeworfen, durch die Nutzung des Dienstes Geldwäsche begangen zu haben. Konkret geht es um drei Zahlungen, die der Nutzer für den illegalen Zugang geleistet haben soll. Die Behörden gehen davon aus, dass diese Zahlungen dazu dienten, die kriminellen Erlöse der Streaming-Anbieter zu verschleiern.
Kein Einzelfall: Oberstaatsanwalt bestätigt Trend
Ein Oberstaatsanwalt aus Köln bestätigte gegenüber BILD, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfall handelt. „Wir verfolgen diese Fälle systematisch“, sagte er. „Die Nutzer illegaler IPTV-Dienste machen sich nicht nur wegen Urheberrechtsverletzungen strafbar, sondern auch wegen Geldwäsche, wenn sie wissentlich Zahlungen an kriminelle Organisationen leisten.“ Die Behörden hätten inzwischen bessere Methoden, um solche Transaktionen nachzuverfolgen.
Warum Geldwäsche? Die rechtliche Einordnung
Der Vorwurf der Geldwäsche mag zunächst überraschen, hat aber eine rechtliche Grundlage. Nach § 261 StGB macht sich strafbar, wer Gegenstände, die aus einer rechtswidrigen Tat herrühren, verbirgt oder deren Herkunft verschleiert. Wenn ein Nutzer für einen illegalen IPTV-Dienst bezahlt, fließt das Geld an Kriminelle. Indem der Nutzer zahlt, hilft er, die Herkunft des Geldes zu verschleiern. „Das ist ein klassischer Fall von Geldwäsche“, so der Oberstaatsanwalt.
So einfach ist der Nachweis heute
Früher war es für die Ermittler schwierig, die Zahlungen nachzuverfolgen. Heute nutzen die Behörden moderne Analyseverfahren, um verdächtige Transaktionen zu identifizieren. „Wir können inzwischen sehr genau sehen, wer wann an wen gezahlt hat“, erklärte ein Ermittler der Kripo Köln. „Die Digitalisierung macht es uns leichter, solche Netzwerke aufzudecken.“
Die Staatsanwaltschaft Köln hat angekündigt, die Ermittlungen gegen Nutzer illegaler IPTV-Dienste zu intensivieren. „Wir werden nicht nur die Anbieter verfolgen, sondern auch die Kunden“, sagte der Oberstaatsanwalt. „Jeder, der solche Dienste nutzt, muss mit Konsequenzen rechnen.“



