Ein mit Gülle beladener Lastwagen ist am Montag auf der Bundesstraße 107 in Görzke (Brandenburg) umgekippt und hat den Fahrer schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich in der Ortsdurchfahrt und sorgte für stundenlange Sperrungen sowie einen intensiven Gestank, der die Anwohner belastete. Bürgermeisterin Anne Konstanze Eilzer fordert nun eine gründliche Untersuchung der Unfallstelle, die bereits seit Jahren als Gefahrenpunkt bekannt ist.
Unfallhergang: Knall, Staubwolke, umgekippter Laster
Gegen 10:43 Uhr erschütterte ein lauter Knall die Ortsdurchfahrt von Görzke. Anwohnerin Chrisfriede Schmidt (83) berichtete: „Das hat richtig gerummst. Danach war da nur noch diese riesige Staubwolke.“ Als sich der Staub legte, bot sich den entsetzten Bewohnern ein Bild der Verwüstung: Ein Güllelaster lag auf der Seite, das grüne Fahrerhaus war schwer zerstört, der Tankauflieger umgekippt. Aus dem beschädigten Tank trat sofort Gülle aus, die über den Asphalt lief und einen stechenden Geruch verbreitete.
Feuerwehr und Rettungskräfte rückten mit zahlreichen Fahrzeugen an. Sie befreiten den Fahrer aus dem zerstörten Führerhaus und brachten ihn mit bedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus. Die B107 wurde vollständig gesperrt, während die Einsatzkräfte damit begannen, die ausgelaufene Gülle aufzufangen und den Tank abzupumpen.
Bürgermeisterin kritisiert Straßenbaulastträger
Bürgermeisterin Anne Konstanze Eilzer eilte persönlich zur Unfallstelle und machte ihrem Unmut Luft: „Diese Stelle ist nicht erst seit heute bekannt. Die Anwohner berichten seit Jahren von gefährlichen Situationen und Unfällen. Jetzt liegt hier wieder ein Lastwagen auf der Seite und ein Mensch wurde schwer verletzt.“ Sie forderte den zuständigen Straßenbaulastträger auf, die Stelle genau zu prüfen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um künftige Unfälle zu verhindern.
Die Bergung des Lastwagens zog sich bis etwa 2 Uhr nachts hin. Zunächst musste die Gülle vollständig abgepumpt werden, bevor der Laster mit schwerem Gerät aufgerichtet und abtransportiert werden konnte. Anschließend reinigte die Feuerwehr die verschmutzte Fahrbahn gründlich. Paul Brameier vom Bergungsunternehmen erklärte: „Das ist schon eine Schweinerei und es stinkt natürlich unheimlich. Aber es ist alles nach Plan gelaufen.“
Anwohner in Sorge: „Jedes Quietschen macht mich wach“
Die Anwohner von Görzke sind nach dem erneuten Unfall verunsichert. Chrisfriede Schmidt, die seit Jahrzehnten an der B107 wohnt, sagte: „Wenn das nächste Mal Reifen quietschen, werde ich wieder sofort wach sein.“ Sie und andere Bewohner fordern endlich wirksame Maßnahmen, um die gefährliche Stelle zu entschärfen. Der Unfall hat einmal mehr gezeigt, wie dringend Handlungsbedarf besteht – nicht nur wegen der Verletzten, sondern auch wegen der Belastung durch Gestank und Gefahren für die Anwohner.



