100 Polizisten durchsuchen JVA Siegburg nach Hinweis auf Revolte
Großeinsatz in JVA Siegburg: Revolte geplant?

Mehr als 100 Polizisten haben am Dienstag und Mittwoch die Justizvollzugsanstalt (JVA) Siegburg durchsucht. Hintergrund war der konkrete Hinweis eines Häftlings, dass Insassen einen bewaffneten Aufstand planten. Die Anstaltsleitung leitete umgehend einen Großeinsatz der Polizei ein.

Häftling informierte Anstaltsleitung

Der Hinweis kam am Dienstag von einem Insassen, der der Anstaltsleitung von dem geplanten Aufstand berichtete. Die Informationen waren so konkret, dass die Behörden sofort handelten. Die Durchsuchungen dauerten bis 22 Uhr am Dienstag und wurden am Mittwoch fortgesetzt. Dabei kamen mehrere Daten- und Drogenspürhunde zum Einsatz, die auch am Mittwochmittag durch das Gefängnis schnüffelten.

Keine Waffen, aber Handys und Drogen sichergestellt

Bislang konnten die Polizisten keine Waffen finden. Allerdings stellten sie insgesamt vier Handys und geringe Mengen Drogen sicher. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der geplanten Revolte laufen noch. Unklar ist, ob die Häftlinge fliehen oder ihre Macht demonstrieren wollten. Auch mögliche Verbindungen zur organisierten Kriminalität außerhalb des Gefängnisses werden geprüft.

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Hintergrund: Rocker-Auseinandersetzung im Juni

Erst Ende Juni waren im Besucherraum der JSA Siegburg Mitglieder der verfeindeten Rockerbanden Hells Angels und Bandidos aufeinander losgegangen. Ob ein Zusammenhang zu den aktuellen Vorfällen besteht, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Justizminister Limbach: „Null Toleranz“

Nordrhein-Westfalens Justizminister Dr. Benjamin Limbach (56, Grüne) äußerte sich zu dem Einsatz: „Die Androhung bewaffneter Gewalt in unseren Justizvollzugsanstalten ist eine absolute rote Linie. Solche Hinweise wischen wir nicht beiseite, sondern wir reagieren sofort. Die sofortige und umfassende Durchsuchung der JVA Siegburg war das einzig richtige Signal: Einer potenziellen Gefahr für unsere Bediensteten begegnen wir mit null Toleranz. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, werden die Drahtzieher die volle Härte des Gesetzes spüren.“

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