An einem Gymnasium in Potsdam stehen zwei minderjährige Schüler im Verdacht, über einen längeren Zeitraum heimlich intime Fotos von mehreren Mitschülerinnen aufgenommen zu haben. Die Kriminalpolizei hat nach Eingang mehrerer Strafanzeigen Ermittlungen aufgenommen, wie die Polizeidirektion West mitteilte. Die Aufnahmen sollen gezielt intime Körperbereiche hervorgehoben haben, was den höchstpersönlichen Lebensbereich der betroffenen Schülerinnen berührt, erklärte das Brandenburger Bildungsministerium auf Anfrage.
Ermittlungen gegen zwei Beschuldigte
Die Polizei bestätigte, dass im Rahmen der bisherigen Ermittlungen zwei minderjährige Personen als Beschuldigte erfasst wurden. Aus Datenschutzgründen wurden keine weiteren Angaben zu Beweismitteln, Alter oder Klassenstufe der Betroffenen gemacht. Die Fälle waren am 29. Juni bekannt geworden, woraufhin sowohl die Schulleitung als auch die Eltern der betroffenen Schülerinnen Anzeige erstatteten. Die beiden beschuldigten Schüler wurden vorläufig vom Unterricht ausgeschlossen.
Maßnahmen der Schulleitung
Das Bildungsministerium lobte das schnelle Handeln der Schulleitung. Diese habe umgehend verschiedene Maßnahmen ergriffen, darunter Gespräche mit Beteiligten und Eltern. „Die Schulleitung hat somit verantwortungsvoll und angemessen reagiert“, hieß es aus dem Ministerium. Die betroffene Schule selbst äußerte sich auf dpa-Anfrage zunächst nicht.
Unterstützung für die Opfer
Das Ministerium betonte, dass auch während der Ferien Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Verfügung stünden, etwa durch die Opferschutzbeauftragte der Polizeiinspektion Potsdam. „Im Mittelpunkt steht der Schutz und die Stabilisierung der betroffenen Schülerinnen.“ Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine Zeitung“ über die Vorfälle berichtet und aus einem schulinternen Schreiben zitiert.



