Mario M. (55), gelernter Sozialpädagoge, hat über 16 Monate hinweg in mehreren Hotels übernachtet und dabei Rechnungen in Höhe von insgesamt 107.098 Euro nicht beglichen. Der Mann mit vierköpfiger Familie buchte jeweils zwei Zimmer mit Frühstück, zahlte aber nie. Stattdessen erfand er immer neue, herzzerreißende Geschichten, um die Hotelmitarbeiter zu vertrösten. Nun sitzt der 55-Jährige auf Staatskosten im Gefängnis.
Die Masche des angeblichen Krebspatienten
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft logierte Mario M. in verschiedenen Hotels, unter anderem in einem bekannten Haus in der Innenstadt. Er gab vor, an Krebs erkrankt zu sein und sich in Behandlung zu befinden. Diese Lüge nutzte er, um Zahlungsaufschub zu erwirken. Immer wieder versprach er, die Schulden zu begleichen, sobald seine angebliche Genesung abgeschlossen sei. Die Hotelmitarbeiter zeigten sich zunächst verständnisvoll, doch als die Rechnungen immer höher wurden, schöpften sie Verdacht.
Die Summe der offenen Forderungen
Insgesamt belaufen sich die offenen Rechnungen auf 107.098 Euro. Der Betrag setzt sich aus Übernachtungskosten, Frühstück und weiteren Dienstleistungen zusammen. Die Hotels erlitten dadurch erhebliche finanzielle Einbußen. Ein betroffenes Hotel meldete den Fall schließlich der Polizei, die Ermittlungen aufnahm.
Vor Gericht: Geständnis und Verurteilung
Vor dem Amtsgericht legte Mario M. ein umfassendes Geständnis ab. Er räumte ein, die Krebserkrankung nur vorgetäuscht zu haben, um Zahlungen zu vermeiden. Der Richter verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Zudem wurde er zur Rückzahlung der gesamten Summe verpflichtet. Mario M. zeigte sich reuig und entschuldigte sich bei den Hotelmitarbeitern. Sein Anwalt erklärte, der Mandant habe sich in einer finanziellen Notlage befunden und den Betrug aus Verzweiflung begangen.
Die Reaktion der Hotelbranche
Der Fall sorgt in der Hotelbranche für Empörung. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) warnt vor ähnlichen Betrugsmaschen und fordert strengere Kontrollen. „Solche Vorfälle schädigen das Vertrauen zwischen Gast und Gastgeber enorm“, so ein Sprecher. Hotels sollten bei hohen Außenständen frühzeitig rechtliche Schritte einleiten. Der verurteilte Mario M. muss nun mit den Konsequenzen leben – und das auf Staatskosten.



