Arzt der MHH soll zwei Patienten getötet haben – Mordprozess beginnt
MHH-Arzt vor Gericht: Mord an zwei Patienten?

Ein 49-jähriger Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) steht ab Freitag, dem 17. Juli, vor dem Landgericht Hannover. Die Anklage lautet auf Mord in zwei Fällen und versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Der Notarzt soll im Mai 2019, Juni 2020 und März 2025 Patienten gegen deren Willen mit Medikamenten getötet haben.

Vorwürfe: Taten in Demenz-WG und auf MHH-Station

Laut Staatsanwaltschaft Hannover ereignete sich die erste Tat im Mai 2019. Der Arzt war als Notarzt zu einer älteren, schwer kranken Frau in einer Demenz-Wohngemeinschaft gerufen worden. Statt sie weiterzubehandeln oder einzuweisen, soll er beschlossen haben, sie zu töten. Nach Gerichtsangaben verabreichte er ihr Medikamente, woraufhin die Frau zunächst nur einschlief. Daraufhin soll er ihr drei weitere Ampullen Fentanyl gegeben haben. Die Frau starb erst in der folgenden Nacht.

Die beiden anderen Fälle betrafen Patienten, die auf einer Station der MHH behandelt wurden. Der Arzt soll ihre Therapien abgebrochen und sie mit Medikamenten getötet haben – nach Gerichtsangaben gegen ihren ausdrücklichen Willen und trotz des von Angehörigen erklärten Weiterbehandlungswunsches.

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Verteidigung: „Rechtlicher Rahmen der indirekten Sterbehilfe“

Die Verteidigung des Arztes wies die Vorwürfe bereits im März zurück. In einer Mitteilung hieß es, im Mittelpunkt des Verfahrens stehe die Frage nach den Voraussetzungen und Grenzen palliativer Sterbebegleitung. Der Mandant habe sich bei der Behandlung von Patienten stets innerhalb des rechtlichen Rahmens einer zulässigen indirekten Sterbehilfe bewegt. Der Arzt selbst bestreitet die Anschuldigungen entschieden.

Die MHH hatte den Mediziner angezeigt und freigestellt. Nach früheren Angaben der Hochschule nehme sie den Fall „sehr ernst“ und habe bereits vor den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft interne Untersuchungen eingeleitet. Der Arzt sitzt in Untersuchungshaft.

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