Ein 65-jähriger Patient ist in der Nacht zum Montag im Vivantes Klinikum Neukölln in Berlin getötet worden. Nach Polizeiangaben eskalierte ein Streit zwischen zwei Patienten auf der geschlossenen psychiatrischen Station. Auslöser war eine zerbrochene Tasse. Der mutmaßliche Täter, ein 38-jähriger Mann, der erst wenige Stunden zuvor eingeliefert worden war, soll dem älteren Mann mehrfach auf den Kopf geschlagen haben. Das Opfer erlag noch im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Das Klinikpersonal steht unter Schock.
Ablauf der Tat
Gegen 2 Uhr nachts gerieten die beiden Männer auf der Station 42 in Streit. Nach ersten Ermittlungen soll der 38-Jährige eine Tasse zerbrochen und den 65-Jährigen dann mit dem abgebrochenen Henkel attackiert haben. Die Polizei wurde von Pflegekräften alarmiert, die die Auseinandersetzung bemerkten. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch das Klinikpersonal starb der 65-Jährige noch vor Ort. Der mutmaßliche Täter wurde von Sicherheitskräften überwältigt und festgenommen.
Hintergründe und Ermittlungen
Die Polizei Berlin hat die Mordkommission eingeschaltet. Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus. Der 38-Jährige war am späten Sonntagabend mit einem Rettungswagen in die Klinik gebracht worden. Er soll unter akuten psychischen Problemen gelitten haben. Ob es Vorstrafen gab, ist bislang unklar. Die Klinikleitung zeigte sich bestürzt: „Wir sind tief erschüttert über diesen tragischen Vorfall. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen des Verstorbenen. Die Sicherheit unserer Patienten und Mitarbeiter hat oberste Priorität“, sagte ein Sprecher des Vivantes-Konzerns.
Reaktionen und Konsequenzen
Der Vorfall wirft erneut Fragen nach der Sicherheit in psychiatrischen Einrichtungen auf. Die Gewerkschaft ver.di forderte mehr Personal und bessere Sicherheitsvorkehrungen. „Solche Vorfälle sind leider keine Seltenheit. Wir brauchen dringend mehr Fachkräfte und eine bessere Betreuung auf den Stationen“, sagte ein ver.di-Sprecher. Die Klinik hat eine interne Untersuchung eingeleitet und bietet den betroffenen Mitarbeitern psychologische Betreuung an.



