Polizei schießt am Frankfurter Hauptbahnhof auf Angreifer mit spitzem Gegenstand
Polizei schießt am Frankfurter Hauptbahnhof auf Mann

Die Polizei hat am Dienstagnachmittag nahe dem Frankfurter Hauptbahnhof auf einen Mann geschossen. Der Angeschossene wurde verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Nach Angaben des hessischen Landeskriminalamts (LKA) hatte der Mann zuvor einen Polizisten mit einem spitzen Gegenstand angegriffen und verletzt.

Schüsse am Kaisertor: Passanten hören Knall

Gegen 16.00 Uhr hörten Zeugen am Kaisertor, einem Platz gegenüber dem Hauptbahnhof, Schussgeräusche. Sie sahen, wie ein Mann am Boden behandelt wurde, berichteten dpa-Reporter. Der Verletzte war bei Bewusstsein und wurde später in einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei sperrte den Bereich um den Tatort ab, der Straßenbahnverkehr über den Bahnhofsvorplatz wurde vorübergehend gestoppt.

Angriff mit spitzem Gegenstand: Polizist verletzt

„Während einer polizeilichen Kontrolle im Bereich des Kaisertores griff ein Mann gegen 16.00 Uhr einen Polizisten mit einem spitzen Gegenstand an und verletzte ihn“, teilte das LKA am Abend mit. „Daraufhin machte der Polizeibeamte von seiner Schusswaffe Gebrauch.“ Der verletzte Angreifer sei von weiteren Polizeibeamten erstversorgt worden. Zur Identität des Mannes machten die Behörden zunächst keine Angaben. Das LKA hat die Ermittlungen aufgenommen – ein übliches Vorgehen, wenn Polizisten geschossen haben.

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Hintergrund: Drogenprobleme im Bahnhofsviertel

Die Polizei führte zum Zeitpunkt des Vorfalls eine ihrer inzwischen regelmäßigen Kontrollaktionen im Bahnhofsviertel durch. Das Viertel ist wegen der dort grassierenden Drogenprobleme ein wiederholtes Ziel von Polizeiaktionen. Seit Beginn der sogenannten Innenstadtoffensive im Februar 2024 gab es über 50 Kontrollaktionen. Damit will die Landesregierung die Sicherheit verbessern. Anwohner und Gewerbetreibende kritisieren die Zustände im Bahnhofsviertel schon länger. Für diesen Freitag ist ein Spitzengespräch mit Vertretern der Landesregierung und der Stadt über die Situation in dem Viertel geplant.

Innenminister Poseck: Polizei hat besonnen reagiert

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte im Mai von unzumutbaren und alarmierenden Zuständen gesprochen und Frankfurt einen Zickzack-Kurs vorgeworfen. Das Bahnhofsviertel habe eine magnetische Wirkung auf Crack-Abhängige, was die Stadt mit ihrer bisherigen Drogenpolitik verstärkt habe. Am Abend äußerte sich Poseck zu dem aktuellen Vorfall: „Nach meiner ersten Einschätzung hat die Polizei besonnen und professionell reagiert.“ Polizeilicher Schusswaffengebrauch sei „in besonderen Situationen unumgänglich, auch zum Selbstschutz der Beamten“. Die genauen Hintergründe des Angriffs sind noch unklar.

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