Ein suspendierter Polizeibeamter ist vom Landgericht Berlin wegen Diebstahls mit Waffen zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Zudem wurde die Einziehung von Wertersatz in Höhe von 41.000 Euro angeordnet. Der 42-Jährige hatte im Januar dieses Jahres auf einem Supermarkt-Parkplatz in Berlin-Reinickendorf gemeinsam mit einem bislang unbekannten Mittäter 71.000 Euro erbeutet, indem er sich als Polizist ausgab.
Polizist gab sich als Beamter im Dienst aus
Laut Anklage trug der Mann eine Weste der Berliner Polizei, Handfesseln am Gürtel und eine Softair-Pistole im Holster. Er und sein Komplize traten als Polizisten auf und erklärten einem Autohändler, das Geld müsse wegen Verdachts auf dubiose Geschäfte beschlagnahmt werden. Der Händler war mit zwei Begleitern zu dem Treffen gekommen, um einen italienischen Sportwagen zu kaufen, der im Internet für 189.000 Euro angeboten worden war. 68.000 Euro sollten in bar angezahlt werden.
Geständnis und Urteil
Der Angeklagte legte zu Prozessbeginn ein Geständnis ab: „Eine Person hatte mich überredet. Ich habe mich als im Dienst stehender Polizist ausgegeben, um Geld zu stehlen.“ Er betonte, keine Waffe gezogen zu haben. Sein Mittäter habe das Geld genommen und zusätzlich 3.000 Euro aus einem Transporter der Begleiter des Käufers gestohlen. Als der Käufer eine Quittung verlangte, flohen die Täter mit dem Auto, landeten in einer Sackgasse, und der Mittäter floh zu Fuß, nachdem er einem der Männer über den Fuß gefahren war. Der suspendierte Beamte wurde kurz nach der Tat festgenommen. Die Staatsanwaltschaft hatte fünfeinhalb Jahre Haft gefordert, der Verteidiger plädierte auf Bewährungsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.



