In Plymouth, Massachusetts, hat am Montag ein spektakulärer Prozess begonnen: Lindsay Clancy (35) ist angeklagt, ihre drei Kinder Dawson (3), Cora (5) und den acht Monate alten Callan getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert einen Schuldspruch wegen dreifachen Mordes, was in Massachusetts automatisch lebenslange Haft ohne Bewährung bedeutet. Die Verteidigung plädiert auf Unzurechnungsfähigkeit aufgrund einer Wochenbettpsychose.
Die Tat im Januar 2023
Am 24. Januar 2023 kehrte Patrick Clancy vom Essenholen zurück und fand seine Frau vor dem Haus mit blutenden Schnittwunden an Hals und Armen – sie hatte sich aus dem zweiten Stock gestürzt. Während er den Notruf wählte, entdeckte er die Kinder im Keller, mit Fitnessbändern erdrosselt. Dawson und Cora waren bereits tot, Baby Callan starb drei Tage später im Krankenhaus. Patrick Clancy stammelte gegenüber Polizisten: „Sie hat die Kinder getötet.“
Psychischer Zustand der Angeklagten
Lindsay Clancy, ehemalige Krankenschwester, ist seit ihrem missglückten Selbstmordversuch von der Hüfte abwärts gelähmt und erschien im Rollstuhl vor Gericht. Die Verteidigung argumentiert, sie habe an einer Wochenbettpsychose gelitten – einer schweren psychischen Erkrankung mit Wahnvorstellungen, die nach einer Geburt auftreten kann. Ein Cocktail verschreibungspflichtiger Medikamente soll die Psychose verstärkt haben. Clancy habe Stimmen gehört und sei nicht in der Lage gewesen, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden.
Expertenmeinung und Zeugen
Der ehemalige Staatsanwalt Mark Bederow erklärte der Washington Post: „Im Grunde geht es in dem ganzen Fall nur um ihren Geisteszustand und darum, ob sie zwischen Recht und Unrecht unterscheiden konnte. Und ob sie sich bewusst war, dass das, was sie tat, am Ende zum Tod ihrer Kinder führen würde.“ Der Prozess soll ein bis zwei Monate dauern, rund 200 Zeugen sind geladen – darunter Ehemann Patrick Clancy, der voraussichtlich für seine Frau aussagen wird. Nach der Tat hatte er gesagt: „Ich war nicht mit einem Monster verheiratet – ich war mit jemandem verheiratet, der krank wurde.“



