Prozess gegen zwei junge Männer geht zu Ende
Am Frankfurter Landgericht neigt sich ein spektakulärer Prozess dem Ende zu. Zwei junge Männer müssen sich seit November 2025 wegen versuchten heimtückischen Mordes an Polizisten verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, in der Silvesternacht 2024 einen 30 Kilogramm schweren Elektroroller von einer Brücke auf einen Streifenwagen geworfen zu haben. Heute um 9.30 Uhr sollen die Plädoyers gehalten werden, die Urteilsverkündung ist für diesen Freitag vorgesehen.
Tathergang in der Silvesternacht
Der heute 18-jährige Angeklagte soll den Elektroroller gezielt auf das Polizeifahrzeug geworfen haben. Dabei nahm er laut Anklage den Tod der Beamten billigend in Kauf. Der Streifenwagen wurde stark beschädigt, die Insassen erlitten leichte Verletzungen. Der damals noch Jugendliche war Teil einer Gruppe, die zudem ein Fahrrad und Knallkörper von der Brücke warf. Der heute 20-jährige Mitangeklagte soll die Gruppe angeführt haben; auch ihm wird versuchter Mord vorgeworfen.
Ermittlungen und Haft
Die Ermittler konnten die beiden nach aufwendiger Fahndung identifizieren. Der 20-Jährige wurde im Februar 2025 festgenommen, der 18-Jährige einen Monat später. Beide sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Vor der großen Jugendstrafkammer müssen sie sich zudem wegen gefährlicher Körperverletzung und besonders schweren Landfriedensbruchs verantworten. Der Prozess begann im November 2025 und war ursprünglich auf drei Monate angesetzt, dauerte aber über acht Monate.
Erwartetes Urteil
Nach den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung wird das Gericht am Freitag sein Urteil sprechen. Die Angeklagten sind zurzeit 18 und 20 Jahre alt, zur Tatzeit war der jüngere noch jugendlich. Das Urteil könnte daher nach Jugendstrafrecht gefällt werden. Die Öffentlichkeit verfolgt den Fall mit Spannung, da er die Debatte über Gewalt gegen Polizeibeamte neu entfacht hat.



