In Halle an der Saale haben Archäologen einen seltenen Fund gemacht: Mehrere zusammengehörige Silbermünzen aus der Zeit der römischen Republik, die mehr als 2000 Jahre alt sind. Es ist das erste Mal, dass in Sachsen-Anhalt mehrere Münzen dieser Art gemeinsam entdeckt wurden, wie das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie mitteilte.
Münzen aus der Zeit vor den Kaisern
Bei den Fundstücken handelt es sich um Denare, die vor der Kaiserzeit geprägt wurden. Eine Münze stammt aus dem Jahr 148 vor Christus, vier weitere wurden zwischen 82 und 79 vor Christus hergestellt. Die Münzen lagen bei ihrer Entdeckung nicht mehr beieinander – vermutlich aufgrund von landwirtschaftlichen Arbeiten, Erosion oder Tieren.
Bislang wurden in Sachsen-Anhalt nur 19 Silbermünzen aus der römischen Republik gefunden, und zwar stets als Einzelfunde. Vier Münzen aus Großleinungen, die 1897 angekauft wurden, können nicht mehr in ihrem ursprünglichen Fundzusammenhang rekonstruiert werden.
Bedeutung für die Forschung
Der Fund mehrerer republikanischer Denare auf einmal gibt der Forschung neue Hinweise auf die Beziehungen zwischen dem Römischen Reich und den Menschen in der Region. Die Münzen dienten vermutlich nicht als alltägliches Zahlungsmittel, da im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts damals keine Geldwirtschaft bestand. Stattdessen dürften die Silberstücke wegen ihres materiellen und sozialen Werts weitergegeben worden sein – etwa durch Fernhandel, diplomatische Geschenke oder Weitergabe innerhalb germanischer Netzwerke.
„Der Fund ist für Sachsen-Anhalt besonders bedeutend, da er erstmals mehrere zusammengehörige Münzen aus der römischen Republik umfasst“, erklärte eine Sprecherin des Landesamtes. Die Münzen könnten Teil einer kleinen Börse gewesen sein, die verloren ging oder absichtlich im Boden aufbewahrt wurde.



