Sexuelle Gewalt gegen Kinder: Berliner Polizei zählt 1013 Fälle, Brandenburg 445
Sexuelle Gewalt gegen Kinder: 1013 Fälle in Berlin

Die Polizei in Berlin und Brandenburg hat im Jahr 2025 insgesamt 1.458 Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder registriert – ein leichter Rückgang in der Hauptstadt, aber ein Anstieg im Umland. Das geht aus dem Bundeslagebild „Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen“ des Bundeskriminalamts (BKA) hervor, das in Berlin vorgestellt wurde.

Berlin: Rückgang um 45 Fälle

In Berlin zählte die Polizei 1.013 Fälle, 45 weniger als im Vorjahr (2024: 1.058). Im Jahr 2023 waren es 911, 2022 noch 935. Brandenburg verzeichnete dagegen einen Anstieg von 413 (2024) auf 445 Fälle. 2023 waren es 434, 2022 sogar 398. Bundesweit stieg die Zahl der erfassten Fälle auf 17.126 – rund 1.600 mehr als 2021. Im Vergleich zu 2024 ergab sich ein Plus von 772 Fällen.

Vorbeziehungen und Hellfeld

In mehr als der Hälfte der Fälle bestand eine Vorbeziehung zwischen Opfer und Tatverdächtigem. Bei Jugendlichen (14 bis unter 18 Jahren) stieg die Zahl der Opfer von 1.191 auf 1.239. Die Statistik bildet nur das sogenannte Hellfeld ab – also der Polizei bekannt gewordene Straftaten. „Neben dem in diesem Lagebild dargestellten polizeilichen Hellfeld ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen“, heißt es im Bericht.

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Jugendämter: Mehr Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung

Die Jugendämter in Berlin und Brandenburg prüften 2025 deutlich mehr Fälle von Kindeswohlgefährdung. In Berlin gab es 22.434 Verfahren – ein Plus von 1.161 (5,2 Prozent) gegenüber 2024. In Brandenburg stieg die Zahl um 2.356 auf 10.857 Verfahren.

In Berlin wurde bei 16 Prozent der Betroffenen eine akute Gefährdung festgestellt, bei 32 Prozent eine latente Gefährdung. Die häufigste Form war Vernachlässigung (7.198 Fälle, über die Hälfte). Psychische Misshandlungen machten 25 Prozent aus, körperliche 17 Prozent. In 528 Fällen (4 Prozent) lag sexuelle Gewalt vor.

Brandenburg: Vernachlässigung dominiert

In Brandenburg wurde bei 16 Prozent der Kinder eine akute und bei 19 Prozent eine latente Gefährdung festgestellt. Vernachlässigung war mit 2.677 Fällen die häufigste Form. Psychische Misshandlungen betrafen 27 Prozent, körperliche 16 Prozent. Sexuelle Gewalt lag in 172 Fällen (3 Prozent) vor.

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