Stade: Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes nach tödlichen Schüssen erlassen
Stade: Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes erlassen

Nach den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade hat das Amtsgericht Haftbefehl gegen den 45 Jahre alten Tatverdächtigen erlassen. Die Staatsanwaltschaft bewertet die Taten aufgrund des Vorliegens von Mordmerkmalen, insbesondere Heimtücke und niedere Beweggründe, als sechsfachen Mord, wie es in einer Mitteilung hieß. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Hintergrund der Tat: Sorgerechtsstreit als Motiv

Hintergrund der Tat ist nach bisherigen Erkenntnissen wahrscheinlich ein Sorgerechtsstreit. Der Tatverdächtige hatte in der Einrichtung einen Termin bezüglich des Sorgerechts für seine drei Monate alte Tochter. Die 34-jährige Mutter des Kindes und deren gemeinsame Tochter blieben bei der Tat unverletzt. Die Polizei befragte die Frau, das Baby wurde in die Obhut des Jugendamtes übergeben.

„Während eines Hilfeplangesprächs unter Beteiligung mehrerer Mitarbeiter der Einrichtung und des Jugendamtes der Region Hannover soll er plötzlich mit der mitgebrachten Schusswaffe auf die Mitarbeiter geschossen haben, um sie zu töten“, schrieb die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dauerten an.

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Opfer: Mitarbeiter von Jugendamt und Einrichtung

Der Mann soll am Montag in einer Mutter-Kind-Wohngruppe in der Stadt westlich von Hamburg vier Frauen und zwei Männer getötet haben. Fünf erlagen am Tatort ihren Verletzungen, ein weiteres Opfer starb im Krankenhaus. Drei der Getöteten waren Beschäftigte des Jugendamtes der Region Hannover, die anderen drei Getöteten waren Mitarbeitende der Stader Jugendhilfeeinrichtung.

Der Tatverdächtige hatte keine waffenrechtliche Erlaubnis, wie die Behörden mitteilten. Die Ermittler hatten zunächst nicht bekannt gegeben, um welche Art von Waffe es sich handelte und wie der Verdächtige daran gelangt sein soll.

Keine Haft für Begleitpersonen

In Bezug auf die beiden Frauen, die zuvor vernommen worden waren – die Mutter der gemeinsamen Tochter und die Fahrerin des Tatverdächtigen – habe die Staatsanwaltschaft keinen Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Sie seien wieder auf freiem Fuß.

Der 45-Jährige soll zudem nach SPIEGEL-Informationen sein drei Monate altes Kind geschüttelt haben, es musste von einem Arzt behandelt werden. Die Ermittlungen zu diesem Vorlauf dauern an.

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