Der Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt ist von Sachsen-Anhalt nach Berlin verlegt worden. Wie ein Sprecher des Justizministeriums Sachsen-Anhalt am Dienstag mitteilte, wurde ein Untersuchungsgefangener „aus vollzugsorganisatorischen Gründen“ auf dem Landweg in eine Justizvollzugsanstalt des Landes Berlin gebracht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich bei dem Gefangenen um den 51-jährigen Mann, der am 20. Dezember 2024 mit einem Mietwagen auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg gerast war. „Die Maßnahme verlief ohne Vorkommnisse“, erklärte der Sprecher. Weitere Details zu den Gründen der Verlegung nannte er nicht.
Hintergrund der Tat
Der aus Saudi-Arabien stammende Mann, der bis zur Tat als Psychiater im Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter arbeitete, war am 20. Dezember 2024 mit einem 340 PS starken Mietwagen durch eine Lücke zwischen Betonabsperrungen auf den belebten Weihnachtsmarkt gefahren. Dabei tötete er fünf Frauen und einen neunjährigen Jungen. Hunderte weitere Menschen wurden verletzt. Das Landgericht Magdeburg verurteilte den Angeklagten am 26. Juni wegen Mordes in sechs Fällen und versuchten Mordes in über 200 Fällen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Zudem stellten die Richter die besondere Schwere der Schuld fest, wodurch eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren nahezu ausgeschlossen ist.
Urteil und Rechtsprüfung
In der Urteilsbegründung bescheinigte der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg dem Angeklagten eine „große Gefährlichkeit“. „Der Angeklagte hat während des Tatgeschehens kein Mitgefühl empfunden für andere Personen“, sagte Sternberg. Seine Empathiefähigkeit könne er quasi ein- und ausschalten. Ein psychiatrischer Sachverständiger hatte dem Mann eine narzisstische Persönlichkeitsstörung bescheinigt, an seiner Schuldfähigkeit bestanden jedoch keine Zweifel. Die Entscheidung des Landgerichts wird nun auf mögliche Rechtsfehler überprüft. Die Verlegung nach Berlin erfolgte, während der Mann zuvor in der Justizvollzugsanstalt Burg (Jerichower Land) untergebracht war. Während des Prozesses war er per Hubschrauber zu den Verhandlungstagen nach Magdeburg geflogen worden.



