Urteil im Fall des getöteten Schaffners Serkan Çalar
Am Donnerstag wird das Urteil gegen den Mann erwartet, der den Zugbegleiter Serkan Çalar nach einem brutalen Angriff in einem Regionalzug tötete. Der Fall hat bundesweit für Bestürzung gesorgt. Die Familie des Opfers boykottiert inzwischen den Prozess, wie BILD-Reporterin Michaela Steuer berichtet.
Der Täter: Ein junger Grieche
Bei dem Angreifer handelt es sich um einen jungen Griechen. Die genauen Hintergründe der Tat sind noch immer nicht vollständig geklärt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor. Die Verteidigung plädierte auf verminderte Schuldfähigkeit.
Warum die Familie den Prozess boykottiert
Die Hinterbliebenen von Serkan Çalar werfen dem Gericht vor, nicht ausreichend für die Aufklärung des Falls zu sorgen. Sie fühlen sich nicht ernst genommen und haben deshalb den Prozess boykottiert. „Wir haben das Vertrauen in die Justiz verloren“, zitierte Steuer einen Familienangehörigen.
Der Fall: Ein Schaffner wird zum Opfer
Serkan Çalar, 44 Jahre alt, war als Zugbegleiter bei der Deutschen Bahn beschäftigt. Im Mai 2025 wurde er in einem Regionalzug in Nordrhein-Westfalen von einem Fahrgast ohne erkennbaren Grund attackiert. Der Angriff war so heftig, dass Çalar noch am Tatort seinen Verletzungen erlag.
Die Reaktion der Öffentlichkeit
Der Fall löste eine Welle der Anteilnahme aus. Kollegen und Fahrgäste gedachten des Schaffners mit Schweigeminuten und Blumen. Auch die Politik reagierte: Mehrere Politiker forderten schärfere Strafen für Gewalt gegen Bahnmitarbeiter.
Der Prozessverlauf
Der Prozess begann im März 2026 vor dem Landgericht Köln. Die Anklage lautet auf Totschlag. Der Angeklagte, ein 23-jähriger Grieche, zeigte sich geständig, berief sich aber auf eine psychische Ausnahmesituation. Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte ihm eine verminderte Schuldfähigkeit. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Haftstrafe von sieben Jahren, die Verteidigung plädierte auf vier Jahre.
Die Bedeutung des Urteils
Das Urteil wird mit Spannung erwartet. Es könnte Signalwirkung haben für den Umgang mit Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Die Deutsche Bahn hat bereits angekündigt, die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen. Nach Angaben des Unternehmens gab es im Jahr 2025 über 2.000 Übergriffe auf Bahnmitarbeiter.
Stimmen zum Fall
„Wir sind tief erschüttert über den Tod unseres Kollegen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. „Wir erwarten ein Urteil, das der Schwere der Tat gerecht wird.“ Die Familie des Opfers hofft trotz des Boykotts auf eine gerechte Strafe. „Wir wollen, dass der Täter zur Rechenschaft gezogen wird, aber der Prozess hat uns enttäuscht“, so ein Familienmitglied.



