Auf dem AI Summit in Kitzbühel diskutierten Dr. Paul Elvers und Florian Deter von Microsoft, warum viele KI-Projekte scheitern und wie Unternehmen echten geschäftlichen Nutzen erzielen. Deter betont: „Erfolgreiche Unternehmen fragen nicht ‚Was kann KI?‘, sondern ‚Welchen Wertbeitrag liefert sie?‘“
Vom Pilotprojekt zum Business Case
Viele Unternehmen haben erste KI-Erfahrungen gesammelt, doch der Schritt vom Experiment zur Produktivität bleibt oft aus. Laut Deter scheitern isolierte Pilotprojekte häufig, weil sie keinen klaren Bezug zu geschäftlichen Zielen haben. Stattdessen brauche es einen definierten Business Case, der den Mehrwert messbar macht. „KI muss einen konkreten Beitrag zu Umsatz, Kosten oder Kundenzufriedenheit leisten“, so Deter.
Agentic AI als nächster Schritt
Ein zentrales Thema der Diskussion war der Wandel von klassischer Software hin zu sogenannten KI-Agenten. Diese können eigenständig Aufgaben übernehmen und Entscheidungen treffen. Deter erklärte, dass dafür Daten, Integration, Governance und Tool-Zugang die Grundlage bilden. „Agenten verändern die Art, wie wir arbeiten – sie agieren proaktiv, nicht reaktiv.“
EU AI Act als Chance
Florian Deter sieht im EU AI Act eher eine Chance als ein Risiko. „Der AI Act schafft einen klaren Rechtsrahmen, der Vertrauen schafft und Innovation fördert.“ Unternehmen, die frühzeitig Compliance-Strukturen aufbauen, könnten sich Wettbewerbsvorteile sichern. Er betonte, dass Microsoft selbst KI intern einsetze, um Produktivität und Innovation zu steigern – etwa durch automatisierte Prozesse in der Kundenbetreuung und bei der Softwareentwicklung.
Warum Integration entscheidend ist
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die enge Verzahnung von KI mit bestehenden IT-Systemen. „Viele Unternehmen unterschätzen den Aufwand für die Integration“, warnte Deter. Ohne saubere Datenbasis und durchgängige Prozesse blieben KI-Anwendungen Stückwerk. Er empfahl, frühzeitig Data Governance und Qualitätsstandards zu etablieren.
Praktische Empfehlungen für Unternehmen
Abschließend gaben die beiden Experten konkrete Tipps: Unternehmen sollten mit kleinen, aber geschäftsrelevanten Use Cases starten, den Erfolg messen und dann skalieren. „Der Weg zur KI-getriebenen Organisation ist ein Marathon, kein Sprint“, so Deter. Die vollständige Podcast-Folge mit weiteren Details ist bei der Funke Mediengruppe verfügbar.



