Zehn Jahre Haft für tödlichen Angriff auf Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz
Zehn Jahre Haft für tödlichen Angriff auf Zugbegleiter

Im Fall des tödlichen Angriffs auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz ist der Angeklagte zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht Zweibrücken sprach den 26-jährigen Griechen mit Wohnsitz in Luxemburg der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig. Der Mann hatte Anfang Februar bei einer Ticketkontrolle im Regionalexpress nahe Landstuhl den Schaffner Serkan Çalar mit Faustschlägen so schwer verletzt, dass dieser zwei Tage später an einer Hirnblutung im Krankenhaus starb.

Brutale Attacke ohne Fahrschein

Der Angeklagte besaß keinen Fahrschein und weigerte sich, sich auszuweisen. Als der Zugbegleiter ihn aufforderte, den Zug zu verlassen, rastete der 26-Jährige aus und schlug mehrfach mit voller Wucht auf das Opfer ein, bis Çalar bewusstlos wurde. Die gesamte Tat wurde von Überwachungskameras im Zug aufgezeichnet. Der Staatsanwalt Christian Horras betonte in seinem Plädoyer: „Der äußere Geschehensablauf ist zweifelsfrei dokumentiert.“ Er forderte zwölf Jahre Haft, sah jedoch keinen Tötungsvorsatz, was sonst zu einer Anklage wegen Totschlags oder Mordes geführt hätte.

Unterschiedliche Forderungen der Prozessbeteiligten

Die Verteidigung plädierte auf einen minderschweren Fall der Körperverletzung mit Todesfolge und forderte eine Strafe „im Bereich des unteren Strafrahmens“. Die Anwälte der Opferfamilie bewerteten die Tat dagegen als Mord aus niedrigen Beweggründen und verlangten eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Opferbeauftragte der Landesregierung Rheinland-Pfalz, Detlef Placzek, erklärte, der Prozess sei für die Angehörigen sehr belastend. Er verstehe, dass sie versuchten, ihre Position deutlich zu machen: „Dass es für sie mehr ist als eine Körperverletzung mit Todesfolge, sondern dass auch die Absicht dahinterstand.“

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Folgen für die Familie des Opfers

Serkan Çalar war alleinerziehender Vater und hinterlässt zwei Kinder im Alter von zehn und zwölf Jahren, die nun von der Familie versorgt werden. Placzek sagte: „Der Tod von Serkan Çalar hat in seiner Familie eine große Lücke gerissen, die sehr, sehr schwer, wenn überhaupt, dann noch einmal über die Zeit hinweg vernarben kann. Aber Narben werden bleiben.“ Die Verhandlungstermine waren für die Angehörigen des Opfers nur schwer zu ertragen.

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