Zwangsräumungen in Potsdam steigen leicht, bleiben unter Vor-Corona-Niveau
Zwangsräumungen in Potsdam: leichter Anstieg

Die Zahl der Zwangsräumungen in Potsdam ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Laut aktuellen Zahlen der Stadtverwaltung, die auf eine Anfrage der Fraktion Die Andere hin veröffentlicht wurden, wurden 2023 insgesamt 127 Wohnungen zwangsgeräumt. Das sind 15 mehr als im Vorjahr, als es 112 Fälle gab.

Anstieg, aber unter dem Niveau der 2010er Jahre

Trotz des Anstiegs liegt die Zahl noch deutlich unter den Werten der 2010er Jahre. In den Jahren 2015 bis 2019 waren es jährlich zwischen 180 und 220 Zwangsräumungen. Der Höchststand wurde 2016 mit 218 Fällen erreicht. Die Sozialbehörde führt den Rückgang in den letzten Jahren unter anderem auf die verstärkte Präventionsarbeit und die gestiegenen Sozialleistungen zurück.

Ursachen und Folgen

Die Hauptursachen für Zwangsräumungen sind Mietrückstände. Oftmals geraten Mieter durch unerwartete Ereignisse wie Jobverlust, Krankheit oder Trennung in Zahlungsschwierigkeiten. Eine Zwangsräumung kann für die Betroffenen schwerwiegende Folgen haben, bis hin zur Obdachlosigkeit. Die Stadt Potsdam bietet daher Beratungsstellen und finanzielle Hilfen an, um Räumungen zu vermeiden.

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Reaktionen aus der Politik

Die Fraktion Die Andere, die die Anfrage gestellt hatte, zeigte sich besorgt über den Anstieg. „Jede Zwangsräumung ist eine zu viel“, sagte ein Sprecher der Fraktion. Man fordere die Stadt auf, die Präventionsmaßnahmen weiter auszubauen. Die Stadtverwaltung verwies auf bestehende Angebote wie das „Bündnis für bezahlbares Wohnen“ und die „Sozialberatung bei Wohnungsnot“.

Vergleich mit anderen Städten

Im bundesweiten Vergleich liegt Potsdam mit einer Quote von etwa 0,3 Zwangsräumungen pro 100 Haushalte im unteren Bereich. In Großstädten wie Berlin oder Hamburg sind die Raten deutlich höher. Experten sehen einen Zusammenhang mit der angespannten Wohnungsmarktlage, die in vielen Ballungsräumen zu steigenden Mieten führt.

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