Airbus senkt Auslieferungsprognose: 42.060 Jets bis 2045 erwartet
Airbus senkt Auslieferungsprognose: 42.060 Jets bis 2045

Airbus korrigiert Auslieferungserwartung nach unten

Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus hat seine mittelfristige Prognose für den Flugzeugmarkt leicht gesenkt. Wie das Unternehmen am Mittwoch in London mitteilte, rechnet es zwischen 2026 und 2045 mit insgesamt 42.060 Auslieferungen neuer Passagierflugzeuge. Das sind ein Prozent weniger als in der vorherigen Schätzung. Grund für die Zurückhaltung sind nach Angaben von Airbus die geopolitischen Spannungen infolge des Iran-Kriegs sowie gestiegene Zollschranken im internationalen Handel.

„Die Erholung nach der Corona-Krise hat sich abgeflacht“, sagte Antonio da Costa, Leiter der Marktanalyse bei Airbus. Fluggesellschaften und Leasingfirmen seien vorsichtiger geworden, wenn es um die Ausweitung ihrer Kapazitäten gehe. Insbesondere der Iran-Krieg habe die Ölpreise deutlich verteuert, was die Betriebskosten der Airlines in die Höhe treibe. Die Prognose umfasst nicht nur Airbus selbst, sondern auch den Rivalen Boeing und die aufstrebende chinesische Konkurrenz.

Nachfrage verlagert sich auf Kurz- und Mittelstrecken

Fast die Hälfte aller neu gebauten Flugzeuge wird weiterhin nach Asien verkauft werden, so Airbus. Von den insgesamt 42.060 Maschinen entfallen 33.920 auf Kurz- und Mittelstreckenmodelle wie den Airbus A320neo oder die Boeing 737 MAX. Die restlichen 8140 Flugzeuge sind Langstreckenjets. Ein wachsender Anteil der Neubestellungen dient dabei dem Ersatz älterer Modelle: Airbus geht nun von 47 Prozent (bisher 45 Prozent) aus, die für die Modernisierung der Flotten eingesetzt werden, während der Rest für das Wachstum der Flotten bestimmt ist.

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Antonio da Costa betonte, dass die Fluggesellschaften ihre Jets länger nutzten oder sie besser auslasteten – auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Dies dämpfe den Bedarf an neuen Maschinen, obwohl die Passagiernachfrage steige.

Passagierzahlen wachsen stärker als erwartet

Trotz der schwächeren Flugzeugnachfrage rechnet Airbus mit einem kräftigen Anstieg der Passagierzahlen. Die Zahl der Fluggäste soll jährlich um 3,9 Prozent zulegen – mehr als die bisher angenommenen 3,6 Prozent. Bis 2045 werde sich das Passagieraufkommen auf rund zehn Milliarden Menschen pro Jahr verdoppeln, teilte Airbus in seinem globalen Marktausblick mit. Ähnliche Schätzungen hatte zuvor bereits der Welt-Airline-Verband IATA veröffentlicht.

„Die Erholung der Nachfrage ist intakt, aber die Fluggesellschaften reagieren vorsichtiger auf die Rahmenbedingungen“, erläuterte da Costa. Treiber des Passagierwachstums seien vor allem die anhaltende Urbanisierung, das Wirtschaftswachstum in Schwellenländern und die wachsende globale Mittelschicht.

Indien als Wachstumsmotor, China schwächelt

Der indische Markt wird nach Einschätzung von Airbus am schnellsten wachsen. Die Prognose für das jährliche Passagierwachstum in Indien hob der Hersteller von 8,9 auf 9,1 Prozent an. In China dagegen fiel die Erwartung mit 4,7 Prozent niedriger aus als die bisherigen 5,4 Prozent. Airbus begründet die Abkühlung in China mit einer veränderten Wirtschaftsdynamik und einer stärkeren Konzentration auf Inlandsflüge.

Insgesamt bleibt Asien der wichtigste Absatzmarkt für neue Flugzeuge. Airbus erwartet, dass knapp die Hälfte aller Auslieferungen in die Region gehen wird.

Bedeutung kleinerer Städte und neuer Flugzeugmodelle

Auffällig in der neuen Prognose ist die stärkere Betonung kleinerer Städte und Flughäfen. Airbus sieht einen Trend zu dezentraleren Verbindungen, die mit Modellen wie dem A220 und dem A321XLR bedient werden können. Diese Flugzeuge ermöglichen es, große Drehkreuze zu umgehen und Direktverbindungen zwischen mittelgroßen Städten anzubieten. Vor zehn Jahren hatte Airbus noch auf die wachsende Zahl von „Mega-Cities“ gesetzt und dem Großraumflugzeug A380 eine große Zukunft vorhergesagt. Inzwischen wird der „Super-Jumbo“ mangels Nachfrage nicht mehr produziert.

„Kleinere Städte wachsen schneller als die Metropolen, und der Luftverkehr wird sich daran anpassen“, sagte da Costa. Dies schaffe neue Chancen für effizientere Kurz- und Mittelstreckenjets. Airbus verwies auf sein eigenes Auftragsbuch mit mehr als 9.000 Maschinen, das zeige, dass die Nachfrage nach sparsamen Modellen ungebrochen sei.

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Boeing-Konkurrent sieht Bedarf von über 42.000 Flugzeugen

Im Einzelnen erwartet Airbus für den Zeitraum 2026 bis 2045 einen Bedarf von 42.060 neuen Flugzeugen. Davon würden knapp die Hälfte, nämlich 19.820 Maschinen, als Ersatz für aktuelle Jets benötigt. 22.240 Flugzeuge seien für das Wachstum der Flotten vorgesehen. 19 Prozent der Neuflotte entfielen auf Großraumflugzeuge, der Rest auf Schmalrumpfmodelle.

Die Nachfrage werde durch Urbanisierung, Wirtschaftswachstum und eine wachsende Mittelschicht angetrieben. Weil vor allem kleinere Städte statt der Metropolen wüchsen, werde der Luftverkehr künftig dezentraler organisiert. Es entstünden neue Verbindungen zwischen mittelgroßen Städten abseits der großen Drehkreuze. Besonders gefragt blieben demnach sparsamere Kurz- und Mittelstreckenjets.

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