In der abgelegenen Wildnis Finnisch-Lapplands wird eine 50-jährige Deutsche vermisst. Ihr Auto wurde versunken in einem Fluss nahe des Dorfes Saija entdeckt, doch von der Frau selbst fehlt jede Spur. Die Polizei hat die aktive Suche nach der Vermissten inzwischen eingestellt, wie die Ermittler am Freitag mitteilten.
Auto mit deutschem Kennzeichen im Wasser gefunden
Die Polizei wurde am Montag, dem 29. Juni, alarmiert, nachdem ein im Wasser versunkenes Fahrzeug nahe Saija in der Gemeinde Salla entdeckt worden war. Bei der Untersuchung des Wagens fanden die Einsatzkräfte keine Insassen. Auf Nachfrage der BILD bestätigte die Polizei, dass das Auto ein deutsches Kennzeichen trug. Ob die Vermisste als Urlauberin nach Finnland gereist war oder dort lebte, wurde nicht mitgeteilt.
Laut Polizei wurde der Wagen von einer etwa 50-jährigen deutschen Staatsbürgerin mit dunkelbraunem, mittellangem Haar gefahren. Kriminalkommissar Eemi Kaarlela sagte zu BILD: „Die Frau wird weiterhin vermisst.“ Die großangelegte Suchaktion ist inzwischen beendet. Kaarlela ergänzte: „Derzeit führt die Polizei keine aktiven Suchmaßnahmen mehr im Zusammenhang mit ihrem Verschwinden durch.“
Suche in einer der einsamsten Regionen Europas
Saija liegt rund 40 Kilometer nördlich des Gemeindezentrums von Salla in einer der abgeschiedensten Gegenden Finnlands. Dichte Wälder, Moore und unzählige Gewässer prägen die Landschaft. Wer hier verschwindet, verschwindet in einer nahezu menschenleeren Wildnis. In den vergangenen Tagen hatten Polizei, Rettungsdienste und der finnische Grenzschutz die Gegend um Saija abgesucht.
Das Online-Magazin „nordisch.info“ berichtet, dass die Weitläufigkeit und Abgeschiedenheit des Geländes die Suche erheblich erschwerten. Kaarlela über die Suchmaßnahmen: „Gesucht wurde im unmittelbaren Bereich, in dem das Fahrzeug gefunden wurde – sowohl an Land als auch im Wasser. Außerdem wurde auf Grundlage von Hinweisen aus der Bevölkerung an weiteren Orten rund um das Dorf Saija gesucht.“
Verschiedene Szenarien möglich
Was der Deutschen zugestoßen ist, bleibt völlig unklar. Laut „nordisch.info“ schließen die Ermittler derzeit verschiedene Szenarien nicht aus. Möglich sei, dass sich die Frau noch im Wasser befinde. Ebenso werde geprüft, ob sie das Fahrzeug verlassen habe, das Ufer erreicht und sich anschließend zu Fuß in unbekannte Richtung entfernt habe. Trotz der offenen Fragen sieht die Polizei bislang keine Hinweise auf ein Verbrechen. „Nach derzeitigem Stand geht die Polizei nicht davon aus, dass im Zusammenhang mit dem Fall eine Straftat begangen wurde“, so Kaarlela zu BILD.



