Flugchaos in Griechenland: Urlauber müssen 2026 mit massiven Verspätungen rechnen
Flugchaos in Griechenland: massive Verspätungen 2026

Urlauber, die diesen Sommer nach Griechenland reisen, müssen sich auf erhebliche Flugverspätungen einstellen. Die griechische Flugsicherung kämpft mit veralteter Technik und Personalmangel, was zu einem drastischen Anstieg der Verzögerungen führt. Laut der europäischen Flugsicherungsorganisation Eurocontrol stiegen die Flugverspätungen in Griechenland im Vergleich zum Vorjahr um 63 Prozent. 80 Prozent dieser Verspätungen sind auf Flugverkehrsbeschränkungen zurückzuführen, nur ein kleiner Teil entsteht durch Bodenabfertigungsprobleme.

Rekordtourismus trifft auf überlastete Infrastruktur

Griechenland steuert auf den vierten Besucherrekord in Folge zu. Am Athener Flughafen Eleftherios Venizelos wurden in den ersten sechs Monaten 15,75 Millionen Passagiere gezählt – ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch auf den Ferieninseln steigen die Ankunftszahlen: Das Tourismusforschungsinstitut Insete registrierte in den ersten vier Monaten einen Anstieg von 5,4 Prozent. Besonders stark fiel das Wachstum auf Kreta (Flughäfen Heraklion und Chania), Mykonos, Samos und in Kalamata auf der Peloponnes aus. Doch bevor Urlauber ihr Ziel erreichen, brauchen sie oft Geduld: Immer mehr Flüge landen verspätet.

Auswirkungen auf den gesamten europäischen Luftverkehr

Die Verspätungen in Griechenland haben Folgen für ganz Europa. Verspätet gestartete oder gelandete Maschinen schleppen die Verzögerungen zu anderen Zielorten mit. In der letzten Juniwoche waren 13 Prozent aller Verspätungen im europäischen Luftverkehr auf die Probleme in Griechenland zurückzuführen, so Eurocontrol. Nur Frankreich und Spanien verursachen mehr Verspätungen, allerdings bei deutlich höherem Verkehrsaufkommen. Griechenland verzeichnet den stärksten Anstieg der Verzögerungen im Jahresvergleich.

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Veraltete Technik als Hauptursache

Experten sehen die Hauptursache in Kapazitätsengpässen durch veraltete Technik und Personalmangel in den Kontrolltürmen. Das Radarsystem des Athener Flughafens stammt aus dem Jahr 2001, als der Flughafen eröffnet wurde. Damals bewältigten die Fluglotsen rund 160.000 Flugbewegungen pro Jahr, heute sind es fast 280.000 – mit nahezu unveränderter Technik. Die Störungen häufen sich: Am 24. Juni fiel das Anflugradar in Athen für mehr als zehn Stunden aus, was zu stundenlangen Verspätungen und zahlreichen Flugausfällen führte. Bereits im Januar brach der Sprechfunkverkehr komplett zusammen; auf allen Frequenzen war nur ein schriller Pfeifton zu hören. Der griechische Luftraum musste für fünf Stunden gesperrt werden, mit Auswirkungen in ganz Europa.

Keine Besserung vor 2029

Die griechische Zivilluftfahrtbehörde hielt diese Woche eine Krisensitzung mit Vertretern der Flughafengesellschaft, Fluglotsen und den Airlines Aegean Airlines und Sky Express ab. Konkrete Beschlüsse gab es nicht. In den nächsten Tagen soll eine weitere Sitzung folgen, um technische Fragen zu erörtern. Kurzfristige Lösungen zeichnen sich nicht ab. Die technischen Probleme und der Personalmangel sind seit Langem bekannt, doch die Regierung blieb über Jahre untätig. Erst unter Druck der EU-Kommission wurde die Erneuerung der Radartechnik auf den Weg gebracht. Die neuen Systeme werden jedoch nicht vor 2029 in Betrieb gehen. Bis dahin müssen Griechenland-Reisende mit noch mehr Verspätungen rechnen.

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