USA gründet Abschiebe-Airline mit sieben Boeing 737
USA gründet Abschiebe-Airline mit sieben Boeing 737

ICE plant eigene Flotte für Abschiebungen

Die US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) will künftig mit einer eigenen Flugzeugflotte Massenabschiebungen durchführen. Das US-Heimatschutzministerium DHS hat eine offizielle Ausschreibung auf dem Regierungsportal SAM.gov veröffentlicht, die den Aufbau einer staatseigenen Flotte vorsieht. Herzstück des Projekts sind sieben Boeing 737-700, die für Abschiebungen, freiwillige Rückführungen, Hochrisiko-Einsätze, medizinische Evakuierungen und den Transport hochrangiger Regierungsvertreter genutzt werden sollen.

Bislang setzte ICE überwiegend auf gecharterte Flugzeuge privater Unternehmen. Diese Praxis soll sich nun ändern. Die neue Flotte soll rund um die Uhr einsatzbereit sein – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Neben den sieben Boeing-Jets sind auch zwei Langstreckenflugzeuge vom Typ Gulfstream G650ER beziehungsweise C-37B geplant.

Kosteneinsparungen von 279 Millionen Dollar jährlich

Bereits Ende 2025 hatte das Heimatschutzministerium den Kauf mehrerer Boeing-737-Maschinen bestätigt. DHS-Sprecherin Tricia McLaughlin betonte damals gegenüber CNBC, die neue Flotte werde den amerikanischen Steuerzahlern rund 279 Millionen Dollar im Jahr einsparen. Gleichzeitig erklärte sie, Präsident Trump sei entschlossen, kriminelle illegale Einwanderer schnell und effizient außer Landes zu bringen.

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Die Entscheidung für eine eigene Flotte ist auch eine Reaktion auf Schwierigkeiten mit bisherigen Vertragspartnern. Besonders die Billigfluggesellschaft Avelo Airlines geriet wegen ihrer Abschiebeflüge für ICE massiv unter Druck. Nach Protesten und politischer Kritik zog sich das Unternehmen Anfang 2026 aus dem Geschäft zurück. Nach Angaben des Luftfahrtportals „ch-aviation“ befinden sich inzwischen mehrere ehemalige Boeing 737-700 von Avelo bereits im Besitz des Heimatschutzministeriums.

Starttermin: 28. Juli 2027

Mehrere Luftfahrtmedien, darunter „aerotelegraph“ und „Paddle Your Own Kanoo“, berichten unter Berufung auf Regierungsunterlagen über einen möglichen Starttermin am 28. Juli 2027. Offiziell bestätigt wurde dieses Datum vom Heimatschutzministerium bisher allerdings nicht.

Noch offen ist, von welchen Flughäfen die neue Flotte künftig operieren wird. Die Regierung prüft nach eigenen Angaben sowohl eine zentrale Basis als auch ein Netzwerk nach dem Vorbild großer Fluggesellschaften mit mehreren Standorten und Zubringerverbindungen. Auch Einsätze in abgelegenen Regionen innerhalb und außerhalb der USA werden ausdrücklich genannt. „Bei den Standorten kann es sich um abgelegene, primitive oder karge Umgebungen handeln“, heißt es in einer Mitteilung, über die Bloomberg zuerst berichtete.

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