Nach dem Auftritt der früheren Grünen-Jugend-Chefin Jette Nietzard im FUNKE-Podcast „Amann Unframed“ hat sich der Vater eines Opfers der Messerattacke von Brokstedt mit scharfer Kritik zu Wort gemeldet. Michael Kyrath, dessen 17-jährige Tochter Ann-Marie bei dem Angriff in einem Regionalzug bei Brokstedt im Januar 2023 getötet wurde, wandte sich in einem ausführlichen Beitrag auf der Plattform X direkt an Nietzard und die Podcast-Moderatorin Melanie Amann.
Kyrath: Täter hatte 42 schwere Straftaten begangen
„Der Mörder meiner Tochter war illegal in diesem Land, hatte bereits über 42 schwere Straftaten verübt – unter anderem ein Jahr vorher schon einmal jemandem ein Messer in den Hals gerammt“, schrieb Kyrath. Der Täter sei ausreisepflichtig gewesen. „Dank Menschen wie Ihnen durfte er sich trotz allem unbehelligt weiter in diesem Land bewegen.“ Der staatenlose palästinensische Asylbewerber Ibrahim A. hatte Ann-Marie Kyrath und ihren Freund Danny bei der Attacke im Regionalzug mit zahlreichen Messerstichen getötet. Vier weitere Menschen wurden schwer verletzt. Im Mai 2024 verurteilte das Landgericht Itzehoe den Täter wegen zweifachen Mordes sowie weiterer schwerer Delikte zu lebenslanger Haft. Die besondere Schwere der Schuld wurde festgestellt.
Nietzards Aussagen im Podcast lösen Empörung aus
Auslöser der Kritik waren Aussagen Nietzards im Podcast von Melanie Amann, Chefredakteurin Digital der Zentralredaktion der FUNKE Mediengruppe. Dort hatte sie sich gegen die Abschiebung schwerer Straftäter in Herkunftsländer wie Afghanistan ausgesprochen. Mit Blick auf kriminelle Täter sagte sie unter anderem: „Warum soll ich sagen, dann soll er in Afghanistan rumlaufen und da die Leute abmurksen?“ Später fügte sie hinzu: „In dem Land wird er keine gerechte Strafe haben. Dann doch gerne hier.“
Kyrath stellt klare Fragen an Nietzard
In seinem Beitrag fragte Kyrath, warum seine Tochter offenbar kein Anrecht auf Sicherheit gehabt habe. Zudem verwies er auf zahlreiche weitere Familien von Gewaltopfern. „Sie verlangen von uns verwaisten Eltern, dass wir Verständnis für die Mörder unserer Kinder haben?“, schrieb er. Seine Tochter und andere Opfer könnten zu dieser Debatte nicht mehr Stellung nehmen – „die sind nämlich TOT!!!!“
Prominente Unterstützung für den Vater
Unterstützung erhielt Kyrath unter anderem von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Aiwanger kritisierte die Aussagen Nietzards ebenfalls scharf. Auf X schrieb er, der „Normalbürger frage sich immer häufiger, wie so viel Unvernunft so viel Macht bekommen hat, obwohl es die Minderheitsmeinung ist“. Die Debatte zeigt die tiefe gesellschaftliche Spaltung in der Frage der Abschiebung von Straftätern und den Umgang mit den Hinterbliebenen von Gewaltopfern.



