Die unter Mordverdacht stehende 17-Jährige aus Castrop-Rauxel im Ruhrgebiet ist nach ihrer Festnahme in Litauen an die deutsche Justiz ausgeliefert worden. Wie die Polizei in Recklinghausen mitteilte, befindet sich die Jugendliche nach Verkündung des Haftbefehls in einer Justizvollzugsanstalt. Zielfahnder hatten die 17-Jährige in Litauen aufgespürt, wo sie im Juni festgenommen worden war. Sie steht im dringenden Verdacht, am 14. Januar einen gleichaltrigen Schüler heimtückisch und mit Vorsatz mit einem Messer getötet zu haben.
Hintergründe der Tat
Den Ermittlungen zufolge hatten sich die beiden Jugendlichen auf der Terrasse eines leerstehenden Hauses in Castrop-Rauxel getroffen. Dort soll die 17-Jährige dem Opfer mit einem Messer in den Hals gestochen haben, was zu dessen Tod führte. Nach der Tat wurde die Jugendliche zunächst festgenommen, aber wieder auf freien Fuß gesetzt, da sie eine Notwehrsituation schilderte, die anfänglich mit der Spurenlage vereinbar war.
Entscheidende Handy-Auswertung
Erst bei der Auswertung ihres Handys ergaben sich Hinweise, die auf einen geplanten Mord hindeuteten. Die gesicherten Daten zeigten, dass die Tat nicht aus Notwehr, sondern mit Vorsatz begangen wurde. Zu diesem Zeitpunkt war die Jugendliche jedoch bereits untergetaucht. Sie floh ins Ausland, wurde aber schließlich in Litauen von Zielfahndern aufgespürt und festgenommen. Nun wartet sie in Deutschland auf ihren Prozess.
Rechtliche Schritte
Die Auslieferung erfolgte nach einem europäischen Haftbefehl. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Mordes erhoben. Die Jugendliche schweigt bislang zu den Vorwürfen. Ein Prozessbeginn ist noch nicht terminiert. Die Polizei in Recklinghausen betonte, dass die Handy-Auswertung ein entscheidender Durchbruch in den Ermittlungen war.



