Die Hochschule für Bildende Künste (HfBK) in Dresden rechnet ab dem kommenden Jahr mit erheblichen Einschnitten infolge von Finanzierungslücken. Ohne eine Korrektur der aktuellen Entwicklung gerate man „absehbar in eine existenzielle Schieflage“, teilte die HfBK mit. Bereits 2029 stünden keinerlei Rücklagen mehr zur Verfügung, um die wachsenden Defizite auszugleichen.
Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben öffnet sich
Während die Zuweisungen für Personalausgaben den Tarifsteigerungen folgten, seien die Zuschüsse für Sachausgaben und Investitionen seit den 2010er-Jahren trotz erheblicher Inflation nahezu unverändert geblieben, hieß es. Dadurch habe sich eine Schere zwischen Einnahmen und Aufwendungen geöffnet. Hochschulsprecherin Andrea Weippert erklärte: „Zunächst hatte die Hochschule Einsparmöglichkeiten bei Sachmitteln genutzt, allerdings zulasten der Substanz. Allein Kürzungen in diesem Bereich werden jedoch nicht mehr ausreichen, um die Deckungslücke künftig zu schließen.“
Verluste steigen rasant
Die finanzielle Schieflage wird anhand konkreter Zahlen deutlich. „Während wir 2024 noch mit einem positiven Ergebnis abschlossen, musste die Hochschule bereits 2025 fast 300.000 Euro Verlust ausweisen. Der Wirtschaftsplan für 2027 und 2028 sieht im kommenden Jahr einen Verlust von 482.400 Euro und in 2028 von 530.300 Euro vor“, stellte Weippert klar. Die Hochschule könne diese Defizite zwar durch Rücklagen in den kommenden beiden Jahren noch decken, doch bereits 2029 seien keine Rücklagen mehr vorhanden.
Rektor warnt vor grundlegenden Veränderungen des Studienbetriebs
Rektor Oliver Kossack informierte Studierende und Beschäftigte in der Vorwoche über die Situation. „Wir reden nicht mehr über Kürzungen, die sich durch zusätzliche Anstrengungen oder organisatorische Anpassungen auffangen lassen. Wir stehen vor strukturellen Herausforderungen, die den Studienbetrieb grundlegend verändern würden“, so Kossack. Die Hochschule sei gezwungen, bei den Personalausgaben zu kürzen, was sich unmittelbar auf die Betreuung der Studierenden sowie die Qualität von Lehre, künstlerischer Praxis und Forschung niederschlage.
Sorge um gesamte sächsische Hochschullandschaft
Die HfBK sieht sich nicht allein betroffen. „Die von uns geschilderte Haushaltslage besteht an anderen sächsischen Hochschulen in ähnlicher Weise. Wir sorgen uns daher um die sächsische Hochschullandschaft insgesamt. Die Sparzwänge an den Hochschulen von heute bedeuten eine Hypothek für die Generationen von morgen“, hieß es abschließend. Nach Angaben der Hochschule wird nun gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium intensiv nach Lösungen gesucht. „Wir sind offen für inhaltlich und strukturell sinnvolle Verdichtungen, wo diese verantwortbar sind“, betonte der Rektor.
Minister Gemkow widerspricht existenzieller Schieflage
Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) bestreitet eine existenzielle Schieflage der HfBK. Die Grundfinanzierung der Hochschulen sei auch im Haushaltsentwurf für die kommenden beiden Jahre abgesichert, sagte er auf Anfrage. Bei den Personalkosten seien die jüngsten Tarifsteigerungen berücksichtigt worden, und die Steigerungen bei den Betriebskosten würden weiterhin übernommen. Geld für zusätzliche Maßnahmen und Projekte sei wegen der allgemeinen Haushaltslage allerdings nicht vorhanden. „Uns ist bewusst, dass das die Hochschulen vor Herausforderungen stellt, und wir begrüßen deshalb den eingeschlagenen Weg der Konsolidierung, wie ihn auch die HfBK gehen will“, so der Wissenschaftsminister.



