Armut in Hessen über Bundesdurchschnitt: Alarmierende Zahlen
Armut in Hessen über Bundesdurchschnitt

Die Armut in Hessen hat laut einem aktuellen Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands ein alarmierendes Niveau erreicht. Die Quote liegt mit 17,3 Prozent im Jahr 2025 über dem bundesweiten Durchschnitt von 16,1 Prozent. Im Vergleich zu 2024, als noch 15,5 Prozent der hessischen Bevölkerung als armutsgefährdet galten, ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Diese Zahlen basieren auf Daten des Statistischen Bundesamts, die bereits im Februar veröffentlicht wurden.

Regionale Unterschiede innerhalb Hessens

Innerhalb Hessens variiert die Armutsquote erheblich. Besonders betroffen ist Kassel mit einer Quote von 19,2 Prozent. In Gießen liegt der Wert bei 18,4 Prozent, während Darmstadt mit 16,4 Prozent vergleichsweise besser dasteht. Diese regionalen Disparitäten verdeutlichen die ungleiche Verteilung von Wohlstand und sozialen Risiken im Bundesland.

Eine Million Menschen in Hessen von Armut betroffen

Nahezu jede sechste Person in Hessen lebt in Armut, was rund eine Million Menschen entspricht. Für viele von ihnen ist die gesellschaftliche Teilhabe stark eingeschränkt, und sie müssen sogar bei Lebensmitteln sparen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Frauen, Haushalte mit Kindern und vor allem Alleinerziehende. Yasmin Alinaghi, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hessen, kritisierte die aktuellen Diskussionen über Kürzungen im sozialen Bereich als realitätsfern. Die Stimmen armer Menschen würden im politischen Diskurs zu wenig Gehör finden.

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Forderungen nach konkreten Maßnahmen

Kristina Nottbohm, Referentin für Grundsatzfragen beim Paritätischen Hessen, betonte die wachsende Ungleichheit in der Gesellschaft. Sie schlug konkrete Maßnahmen vor, um die Armut zu bekämpfen: kostenfreie Mahlzeiten in Kitas und Schulen, eine Ganztagsbetreuung für alle ersten Klassen sowie ein entschlossenes Vorgehen gegen steigende Mieten. Diese Vorschläge zielen darauf ab, die finanzielle Belastung von Familien zu reduzieren und die Chancengleichheit zu verbessern.

Definition von Armutsgefährdung

Als arm oder armutsgefährdet gelten Menschen, deren Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens liegt. Im Jahr 2025 lag diese Schwelle für eine alleinstehende Person bei 1.445 Euro monatlich, für ein Paar ohne Kinder bei 2.168 Euro. Alleinerziehende mit einem Kind gelten als armutsgefährdet, wenn sie weniger als 1.879 Euro zur Verfügung haben. Bei einem Paar mit zwei Kindern liegt die Grenze bei 3.035 Euro. Diese Definition basiert auf der EU-weit geltenden Armutsgefährdungsschwelle.

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