Frankreich: Kinderleiche gefunden – Politik empört über verspätete Ermittlungen
Kinderleiche in Südfrankreich gefunden – Politik empört

Im Südwesten Frankreichs ist eine Kinderleiche gefunden worden. Es wird vermutet, dass es sich bei dem Opfer um ein seit sechs Tagen vermisstes elfjähriges Mädchen handelt. Die Staatsanwaltschaft von Agen teilte mit, dass eine Autopsie die Identität formell bestätigen und die Todesursache klären soll.

Fundort und Suchaktion

Die Leiche wurde von Polizisten in einem Silo auf dem Gelände eines Bauernhofs im Département Gers entdeckt. An der Suche in einem Waldgebiet nahe der Ortschaft Fleurance waren 170 Gendarmen und eine Reiterstaffel aus Freiwilligen beteiligt. Die Kleidung des toten Kindes stimmt laut Staatsanwaltschaft mit der überein, die die Elfjährige trug, als sie zuletzt gesehen wurde.

Tatverdächtiger und Vorwürfe

Ein 41-jähriger Mann wurde festgenommen und befindet sich in Polizeigewahrsam. Er verweigerte bei seiner Vernehmung jegliche Aussage. Das Mädchen war zuletzt in seinem Auto gesehen worden, da es mit seiner Tochter befreundet war. Der Fall sorgt landesweit für Empörung, weil der Verdächtige bereits mehrfach wegen sexueller Übergriffe und Vergewaltigung von Minderjährigen angezeigt worden war.

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Ein Ermittlungsverfahren wegen einer Vergewaltigungsanzeige aus dem Jahr 2024 war mangels Beweisen eingestellt worden. Nach einer weiteren Anzeige von 2025 waren neun Monate lang weder der Verdächtige noch Zeugen angehört worden. Die Regierung hat deswegen behördeninterne Ermittlungen eingeleitet.

Politische Reaktionen

Regierungssprecherin Maud Bregeon sagte: „Dies wirft die Frage auf, welches Gewicht Aussagen von Opfern haben und wie in solchen Fällen ermittelt wird.“ Premierminister Sébastien Lecornu berief die Innen- und Justizminister für Freitag zu einer Sitzung ein. Die auf Sexualdelikte spezialisierte Anwältin Carine Durrieu Diebolt kritisierte rückständige Justizmethoden, wie das Versenden von Akten auf dem Postweg, und forderte, dass Warnsignale früher erkannt und Eilverfahren eingeleitet werden müssten.

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