Umfrage: Ostdeutsche mehrheitlich für AfD-Regierungsbeteiligung
Ostdeutsche mehrheitlich für AfD-Beteiligung

47 Prozent der Ostdeutschen befürworten einer YouGov-Umfrage zufolge eine Regierungsbeteiligung der AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, falls die Partei bei den Landtagswahlen im September stärkste Kraft wird, aber keine absolute Mehrheit erringt. In Westdeutschland teilen 37 Prozent der Befragten diese Ansicht. Die Erhebung wurde im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) durchgeführt.

Die Umfrage zeigt eine deutliche Ost-West-Differenz. Während 29 Prozent der Ostdeutschen ein Bündnis aller anderen Parteien ohne AfD bevorzugen, sind es im Westen 36 Prozent. Neuwahlen würden 11 Prozent der Ostdeutschen und 12 Prozent der Westdeutschen für richtig halten. 13 beziehungsweise 15 Prozent enthielten sich eines Urteils.

Auswirkungen auf die Demokratie

Die Einschätzung der demokratischen Folgen einer AfD-Regierungsbeteiligung fällt unterschiedlich aus: 38 Prozent der Ostdeutschen erwarten eine Stärkung der Demokratie, 34 Prozent eine Schwächung. Im Westen kehrt sich das Verhältnis um: 30 Prozent sehen eine Stärkung, 47 Prozent eine Schwächung. Eine Alleinregierung der AfD wird mehrheitlich skeptisch gesehen – im Westen befürchten 57 Prozent eine Schwächung, im Osten 44 Prozent.

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Expertenregierung als Alternative

Das Modell einer „Expertenregierung“ mit wechselnden Mehrheiten einschließlich der AfD findet Zustimmung: 44 Prozent der Ostdeutschen und 39 Prozent der Westdeutschen können ihm etwas abgewinnen. Deutlich dagegen sind 29 Prozent im Osten und 34 Prozent im Westen. Jeweils 27 Prozent antworteten mit „weiß nicht“. Diese Option wird vor allem vom Bündnis Sahra Wagenknecht vertreten.

YouGov befragte in Westdeutschland 1.573 und in Ostdeutschland 1.570 Menschen. Die Ergebnisse sind laut Institut für die Landesteile jeweils repräsentativ. Die Umfrage ist mit Unsicherheiten behaftet, da nachlassende Parteibindungen und kurzfristige Wahlentscheidungen die Gewichtung erschweren. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

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