Iran droht USA mit Ausweitung des Kriegsgebiets nach Luftangriffen
Iran droht USA mit Ausweitung des Kriegsgebiets

Irans Armeesprecher Amir Akraminia hat den USA mit einer Ausweitung des Kriegsgebiets gedroht, sollten die amerikanischen Streitkräfte ihre Luftangriffe auf iranische Stellungen fortsetzen. Die Warnung wurde am Sonntag im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt.

Akraminia bezog sich dabei auf die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Schiffe im Roten Meer. „Unsere Warnungen haben sich vor Ort bewahrheitet“, erklärte er. Zudem hätten die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben sechs Handelsschiffe gestoppt, bevor sie die strategisch wichtige Straße von Hormus passieren konnten. Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gilt als eine der bedeutendsten Öl-Transitrouten der Welt.

Ölpreis steigt über 96 Dollar

Die zunehmende Eskalation im Nahen Osten treibt die Ölpreise in die Höhe. Am Freitag war der Preis für die Nordseesorte Brent erstmals über 96 Dollar pro Barrel gestiegen. Analysten erwarten weitere Anstiege, falls die Spannungen anhalten. Die USA hatten in der vergangenen Woche mehrere Luftangriffe auf Einrichtungen der iranischen Revolutionsgarden im Irak und in Syrien durchgeführt.

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Reaktionen aus Washington

Das US-Verteidigungsministerium wies die Drohungen zurück. Ein Sprecher des Pentagons betonte, die Angriffe hätten der Selbstverteidigung gedient. Man werde weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um amerikanische Truppen und Verbündete zu schützen. Gleichzeitig rief Washington zur Deeskalation auf.

Die EU-Außenbeauftragte forderte beide Seiten zur Zurückhaltung auf. „Eine regionale Eskalation wäre katastrophal“, erklärte sie in Brüssel. Die diplomatischen Bemühungen zur Vermittlung eines Waffenstillstands laufen auf Hochtouren.

Hintergrund des Konflikts

Der Iran-Krieg hat sich in den letzten Wochen dramatisch zugespitzt. Auslöser war ein israelischer Luftangriff auf eine iranische Militäranlage in Syrien, der nach internationalen Berichten mehrere Kommandeure der Revolutionsgarden tötete. Iran reagierte mit Raketenangriffen auf israelische Stellungen. Die USA griffen daraufhin militärisch ein, um ihre Verbündeten zu schützen.

Die Huthi-Miliz im Jemen, die vom Iran unterstützt wird, hat in den vergangenen Tagen mehrfach Handelsschiffe im Roten Meer angegriffen. Die Angriffe führten zu Unterbrechungen der Schifffahrtswege und trieben die Versicherungsprämien in die Höhe. Die Straße von Hormus bleibt ein neuralgischer Punkt, durch den etwa 20 Prozent des weltweiten Öltransportes erfolgen.

Die Revolutionsgarden haben ihre Bereitschaft erklärt, die Meerenge bei Bedarf komplett zu blockieren. Eine solche Blockade hätte massive Auswirkungen auf die globale Wirtschaft. Experten warnen vor einem Ölpreisschock und steigenden Inflationstendenzen.

Inzwischen hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärt, dass sie die Aktivitäten in iranischen Atomanlagen weiterhin überwacht. Es gebe keine Anzeichen für eine militärische Nutzung des iranischen Atomprogramms, hieß es in einem Pressekommuniqué.

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