Lehrerin nach 17 Jahren krankgeschrieben klagt gegen Ruhestand
Lehrerin klagt gegen Ruhestand nach 17 Jahren Krankheit

Eine 62-jährige Lehrerin aus Duisburg wehrt sich juristisch gegen ihre Versetzung in den Ruhestand. Seit fast 17 Jahren ist die Studienrätin durchgehend krankgeschrieben, bezieht aber weiterhin ihr volles Gehalt. Die Bezirksregierung Düsseldorf ordnete Ende Mai an, die Beamtin in den Ruhestand zu versetzen, was eine geringere Pension bedeuten würde. Dagegen reichte die Lehrerin Klage beim Verwaltungsgericht Düsseldorf ein.

Hintergrund des Falls

Die Lehrerin war zwischen 2003 und 2009 am Berufskolleg Wesel in Nordrhein-Westfalen tätig. Danach legte sie immer wieder Krankschreibungen aufgrund eines psychischen Leidens vor. Der aktuelle Schulleiter kannte nicht einmal ihren Namen. Trotz der langen Abwesenheit erhielt sie weiterhin Bezüge in Höhe von 5051 bis 6174 Euro brutto monatlich, je nach Besoldungsstufe.

Erst nach fast 17 Jahren wurde sie amtsärztlich untersucht. Der Amtsarzt bescheinigte, dass eine Dienstfähigkeit innerhalb von sechs Monaten nicht absehbar sei. Daraufhin verfügte die Bezirksregierung Düsseldorf die Versetzung in den Ruhestand. Damit würde die Lehrerin statt des vollen Gehalts nur noch eine Pension erhalten – ein Verlust von schätzungsweise 1500 bis 2000 Euro brutto pro Monat.

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Klage und laufendes Verfahren

Ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Düsseldorf bestätigte gegenüber BILD: „Wir können bestätigen, dass die von Ihnen benannte Lehrerin Klage gegen ihre Versetzung in den Ruhestand erhoben hat. Die Klage ist am 29. Juni 2026 hier eingegangen.“ Bis zu einer Entscheidung fließt das volle Gehalt weiter. Die Bezirksregierung muss nun Stellung nehmen. Der Anwalt der Lehrerin wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Nebentätigkeiten während der Krankschreibung

Während ihrer Krankmeldung soll die Lehrerin als Heilpraktikerin gearbeitet haben. Zudem entwickelte sie 2011 gemeinsam mit ihrer Partnerin eine Handcreme gegen trockene Haut. Mit diesem Produkt bewarb sie sich beim Wettbewerb „Benchmark Award.Med NRW“ und belegte den dritten Platz, verbunden mit einem Preisgeld von 5000 Euro. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt weiterhin gegen die Lehrerin. Bei einer Razzia in ihrer Wohnung wurde laut „Spiegel“ „potenziell beweiserhebliches Material“ sichergestellt, darunter mehrere Datenträger. Die Auswertung dauert an.

Der Fall wirft Fragen zum Umgang mit langzeiterkrankten Beamten auf. Die Lehrerin erhält seit 17 Jahren volle Bezüge, ohne Dienst zu leisten. Kritiker fordern eine Reform der Regelungen für Dienstunfähigkeit.

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