KI-Firma Anthropic zahlt 1,5 Milliarden Dollar an Autoren
Anthropic zahlt 1,5 Milliarden Dollar an Autoren

Eine US-Bundesrichterin hat einem milliardenschweren Vergleich im Streit um den unrechtmäßigen Download literarischer Werke durch die KI-Firma Anthropic zugestimmt. Die Einigung sieht eine Zahlung von insgesamt 1,5 Milliarden Dollar an betroffene Autoren und Verleger vor. Das gab das Gericht am Dienstag bekannt.

Hintergrund des Rechtsstreits

Die Klage war von einer Gruppe von Autoren eingereicht worden, die Anthropic vorwarfen, urheberrechtlich geschützte Bücher in großem Stil als Raubkopien heruntergeladen und für das Training des Chatbots Claude verwendet zu haben. Der Vergleich erfasst mehr als 482.000 Bücher. Nach Angaben des Gerichts haben für rund 91 Prozent dieser Werke Autoren oder Verlage Entschädigungsansprüche angemeldet.

Richterin Araceli Martínez-Olguín erklärte, die Einigung werde Autoren und Verlegern spürbare Erleichterung verschaffen. Betroffene sollen durchschnittlich etwa 3000 Dollar je Buch erhalten. Die genaue Höhe der Zahlung pro Berechtigtem hängt von der Anzahl der angemeldeten Bücher und der jeweiligen Vertretung ab.

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Größte bekannte Entschädigung wegen Urheberrechtsverletzung

Der Anwalt der Klägerseite, Justin Nelson, bezeichnete die Einigung als die größte bekannte Entschädigung wegen Urheberrechtsverletzungen in der Geschichte. „Dieser Vergleich sendet ein starkes Signal an die KI-Industrie, dass geistiges Eigentum respektiert werden muss“, sagte Nelson. Anthropic selbst äußerte sich zunächst nicht zu dem Vergleich.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Praxis von KI-Unternehmen, große Mengen an Textdaten aus dem Internet zu sammeln, um ihre Modelle zu trainieren. Dabei werden häufig auch urheberrechtlich geschützte Werke ohne Genehmigung der Rechteinhaber genutzt. In den USA sind mehrere ähnliche Klagen gegen Unternehmen wie OpenAI und Meta anhängig.

Auswirkungen auf die KI-Branche

Der Vergleich könnte als Präzedenzfall für zukünftige Urheberrechtsstreitigkeiten im Bereich der Künstlichen Intelligenz dienen. Branchenexperten erwarten, dass KI-Unternehmen künftig stärker auf lizenzierte Daten zurückgreifen oder eigene Trainingsdatensätze erstellen werden. Die Höhe der Entschädigung zeigt, dass Gerichte bereit sind, hohe Summen für Urheberrechtsverletzungen zuzusprechen.

Anthropic hatte zuvor argumentiert, dass das Training von KI-Modellen mit öffentlich zugänglichen Texten unter die Fair-Use-Regelung falle. Die Richterin wies diese Argumentation in einer früheren Entscheidung jedoch zurück. Der Vergleich erfolgte, bevor es zu einem endgültigen Urteil kam.

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