Das Land Mecklenburg-Vorpommern setzt künftig auf eine Foto-App mit Künstlicher Intelligenz, um Landwirten den Nachweis artenreichen Grünlands für EU-Fördermittel zu erleichtern. Die Landesregierung gab in ihrer Kabinettssitzung grünes Licht für das digitale Verfahren, wie die Staatskanzlei mitteilte.
Bisheriges Verfahren zu aufwendig
Bislang mussten Landwirte ihre Flächen mit Skizzen und festgelegten Begehungslinien dokumentieren. Anschließend folgten Vor-Ort-Kontrollen durch die Behörden. „Dieses Verfahren hat sich in der Praxis jedoch als äußerst aufwendig erwiesen“, sagte eine Sprecherin des Schweriner Agrarministeriums. So seien 2024 aufgrund auffälliger Ergebnisse statt der geplanten 185 Kontrollen rund 900 Flächen überprüft worden. Für 2025 sei die Stichprobe auf etwa 2.100 Parzellen ausgeweitet worden. Langfristig sei nach EU-Vorgaben sogar die Kontrolle aller beantragten Flächen nötig – derzeit rund 21.000 Parzellen. Dies sei mit der bisherigen Methode personell kaum zu bewältigen.
App erkennt Pflanzen automatisch
Mit der neuen App können Landwirte die erforderlichen Pflanzen direkt auf der Fläche fotografieren. Grundlage ist die Anwendung „Flora Incognita“ der Technischen Universität Ilmenau, mit der Mecklenburg-Vorpommern kooperiert. Die App unterstützt die Nutzer bei der sicheren Bestimmung der Pflanzenarten. „Gleichzeitig erfolgt in der Verwaltung eine automatisierte Plausibilitätsprüfung, die unter anderem kontrolliert, ob die nachgewiesenen Pflanzen entsprechend den Vorgaben auf der Fläche verteilt sind“, erläuterte die Sprecherin.
Das EU-Förderprogramm setzt voraus, dass auf den Flächen mindestens vier bestimmte regionale Arten nachgewiesen werden. Die Digitalisierung soll den bürokratischen Aufwand für Landwirte und Behörden gleichermaßen reduzieren und die Kontrollen effizienter gestalten.



