Wiesbaden (dpa/lhe) - Ein 77-jähriger Mann soll einer 82-jährigen Frau, die Angst vor einer Erblindung hatte, statt wirksamer Medikamente lediglich Nahrungsergänzungsmittel verkauft haben. Die Seniorin zahlte nach Angaben des Amtsgerichts Wiesbaden 850 Euro in der festen Überzeugung, sie erhalte echte Arzneimittel gegen ihre Augenerkrankung. Der Prozess gegen den Angeklagten beginnt Mitte Juni. Ihm wird bandenmäßiger Betrug vorgeworfen.
Hintergrund des Falls
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, der älteren Frau vorgespiegelt zu haben, medizinische Hilfe zu leisten. Statt der versprochenen Medikamente habe es sich jedoch um frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel gehandelt. Der Angeklagte soll bereits in der Vergangenheit mehrfach ähnlich gehandelt haben, indem er ältere Menschen, die unter verschiedenen Leiden litten, täuschte und Zahlungen kassierte.
Rechtliche Schritte
Das Amtsgericht Wiesbaden wird den Fall im Juni verhandeln. Der Vorwurf des bandenmäßigen Betrugs wiegt schwer und könnte zu einer mehrjährigen Haftstrafe führen. Die Polizei warnt eindringlich vor solchen Machenschaften und rät insbesondere älteren Menschen, bei dubiosen Angeboten misstrauisch zu sein und im Zweifel einen Arzt zu konsultieren.
Der Fall zeigt, wie skrupellos Betrüger vorgehen, um die Not und Angst von Senioren auszunutzen. Die 82-Jährige hatte befürchtet, zu erblinden, und war daher bereit, viel Geld für vermeintliche Rettung zu zahlen. Stattdessen erhielt sie wertlose Pillen.



