Der Fall der elfjährigen Lyhanna, die in Frankreich verschwunden war, hat eine tragische Wende genommen. Die am Donnerstag in einem Getreidesilo nahe Toulouse entdeckte Kinderleiche wurde als die seit einer Woche vermisste Lyhanna identifiziert. Dies gab Staatsanwalt Olivier Naboulet nach einer Obduktion bekannt, aus der französische Medien zitierten. Weitere Untersuchungen zur Todesursache sind notwendig.
Verdächtiger in Untersuchungshaft
Ein 41-jähriger Mann, Vater einer Schulkameradin, der Lyhanna am vergangenen Freitag mit dem Auto mitnahm, sitzt seit Tagen in Untersuchungshaft. Die Polizei verdächtigt ihn, in das Schicksal des Mädchens verwickelt zu sein. Der Mann gab an, Lyhanna auf deren Bitte hin am Schwimmbad abgesetzt zu haben.
Anzeigen gegen den Tatverdächtigen ignoriert
Wie sich herausstellte, gab es mehrere Anzeigen und Ermittlungsverfahren gegen den Mann wegen Vergewaltigung von Minderjährigen. Die Justiz stellte diese teils ein oder ließ sie schleifen. Seit der letzten Anzeige im August 2025 wurde der Mann nicht einmal von der Polizei vernommen, berichtete die Zeitung „Le Figaro“.
Präsident Emmanuel Macron zeigte sich bestürzt: „Es ist offensichtlich, dass es hier ein Versagen gibt, und wir können nicht übersehen, dass Schwachstellen zutage getreten sind; diese müssen geklärt werden, ebenso wie die Verantwortlichkeiten, die hier eine Rolle spielen.“ Justizminister Gérald Darmanin bezeichnete den Umgang der Justiz mit den Hinweisen als „völlig inakzeptabel“ und sprach von einem „Versagen“.
Landesweite Empörung
Der Fall hat in Frankreich landesweit für Entsetzen gesorgt. Viele Menschen und Politiker äußerten sich erschüttert darüber, dass die Justiz den Schutz von Kindern offenbar nicht gewährleisten kann. Die Ereignisse werfen ein Schlaglicht auf die Schwächen des französischen Justizsystems im Umgang mit Sexualstraftaten gegen Minderjährige.



