In Kambodscha ist eine 2,20 Meter hohe Statue zu Ehren der Minensuchratte Magawa enthüllt worden. Das Denkmal steht in Siem Reap, nur wenige Kilometer von den berühmten Tempelanlagen von Angkor entfernt. Die Enthüllung fand am Internationalen Tag der Minenaufklärung statt, begleitet von der Nationalhymne und dem Segen buddhistischer Mönche.
Die belgische Organisation Apopo, die die sogenannten HeroRATs ausbildet, bezeichnet das Monument als das erste seiner Art. Ly Thuch, Vizepräsident der kambodschanischen Behörde für Minenräumung und Opferhilfe, sagte: „Auch die Kleinsten können eine ganz große Rolle spielen.“ Die Behörden hoffen, dass das Denkmal viele Touristen anlockt.
Magawa hat in Kambodscha mehr als hundert Landminen und Blindgänger aufgespürt und damit alle anderen Ratten übertroffen. Er starb Anfang 2022 im Alter von acht Jahren. Bereits 2020 erhielt er als erste Ratte die Goldmedaille der Tierschutzorganisation PDSA, die höchste internationale Ehrung für tierischen Mut.
Das Denkmal wurde aus lokalem Stein gefertigt. Der Sockel hat die Form einer Landmine, in die echte Fragmente entschärfter Sprengkörper eingelassen sind. Laut Apopo arbeiten die Ratten gern und werden mit Bananen und Erdnüssen belohnt. Eine einzelne Ratte kann ein Gebiet von der Größe eines Tennisplatzes in etwa 30 Minuten absuchen.
Weltweit gibt es Schätzungen zufolge Dutzende Millionen Landminen. Laut dem „Landmine Monitor“ gab es 2024 mehr als 6200 Minenopfer. In Kambodscha wurden während der Herrschaft der Roten Khmer und des Bürgerkriegs Millionen Minen verlegt, von denen viele noch immer im Boden liegen.



